Einem
Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes kann auch während der Freistellungsphase der Altersteilzeit
fristlos gekündigt werden, wenn er während dieser Zeit Straftaten begeht.
Der Entscheidung lag der nachfolgende Sachverhalt zugrunde:
Vor und während der Freistellungsphase der Altersteilzeit beantragte der klagende Arbeitnehmer für sich verschiedene nautische Befähigungszeugnisse, für die er die Voraussetzungen nicht erfüllte.
Ein Kollege unterstützte ihn dabei und bescheinigte ihm wahrheitswidrig den erfolgreichen Besuch der erforderlichen Lehrgänge und die notwendigen Fahrenszeiten als verantwortlicher Schiffsführer.
Wegen dieser Taten ist gegen den Kläger ein Strafbefehl über 65 Tagessätze ergangen, der rechtskräftig ist.
Die Arbeitgeberin kündigte das
Arbeitsverhältnis fristlos.
Das Landesarbeitsgericht wies, ebenso wie das Arbeitsgericht, die
Kündigungsschutzklage des Arbeitnehmers ab.
Der Arbeitnehmer hat durch seine Straftaten mit dienstlichem Bezug gegen seine Treuepflicht verstoßen. Es handelt sich um derartig schwere Pflichtverletzungen, dass eine
Abmahnung vor Ausspruch der Kündigung nicht erforderlich war.
Die Kündigung ist trotz der altersteilzeitbedingten Freistellung von der Arbeit berechtigt.
Der Kläger hat seine Stellung im öffentlichen Dienst ausgenutzt, um mehrere Straftaten zu begehen, darunter eine auch nach Eintritt in die Freistellungsphase. Auch während dieser besteht das Arbeitsverhältnis mit beiderseitigen Pflichten weiter.
Ein
Arbeitgeber muss unredliches Verhalten eines Arbeitnehmers nicht hinnehmen. Das war auch dem Kläger bewusst.
Die Revision zum Bundesarbeitsgericht ist nicht zugelassen worden.