Minderung des Reisepreises

Reiserecht

Voraussetzung der Minderung ist zunächst, dass die Reise mangelhaft ist (vgl. dazu auch Mängelliste).

Sodann muss der Reisende den Mangel bei der vom Veranstalter benannten Kontaktstelle, beim Veranstalter selbst oder bei dessen örtlichem Repräsentanten angezeigt und Abhilfe verlangt (Muster) haben. War die Anzeige nicht möglich, ohne dass den Reisenden hieran die Schuld trifft (Beispiele: Niemand war erreichbar oder Abhilfe war aus tatsächlichen oder zeitlichen Gründen nicht möglich), kann trotzdem Minderung verlangt werden.

Die Minderung ist die gesetzliche Folge eines Mangels: Der Reisepreis reduziert sich daher, ohne dass der Reisende dies ausdrücklich verlangt. Unbedingt zu beachten ist, dass der Reisende die Minderung gegenüber dem Reiseveranstalter gleichwohl innerhalb von zwei Jahren (vor 01.07.2018: eines Monats) nach dem vertraglich vorgesehenen Reiseende - beweisbar - geltend zu machen hat. Versäumt er diese Frist, erlischt ein eventueller Anspruch ohne weiteres.

Für die Berechnung der Minderung sieht das Gesetz eine bestimmte Berechnungsmethode vor. In der Praxis wird der Minderungsbetrag aber durchweg in einem prozentualen Abschlag vom pauschalen Reisepreis ausgedrückt, gleichgültig, ob von dem Mangel die Reise als solche (z.B.: mangelhafte Organisation) oder einzelne abgrenzbare Reiseleistungen (z.B.: fehlende Meersicht im Hotelzimmer) betroffen sind.

Zur Höhe der angemessenen Minderung bei einzelnen Mängeln existiert inzwischen eine fast unüberschaubare Fülle von Einzelfallurteilen. Da die Prozesse wegen des Streitwerts (die Zuständigkeit der Amtsgerichte geht nur bis zu einem Streitwert bis zu 5.000,- €) i.d.R. beim Amtsgericht beginnen und im Berufungsfall beim Landgericht enden, sind der Rechtsvereinheitlichung durch höchstrichterliche Urteile des Bundesgerichtshofs und der Oberlandesgerichte Grenzen gesetzt.

Eine gewisse Systematisierung der Minderungssätze hat das LG Frankfurt a. M. in einer von ihm entwickelten Tabelle versucht (vgl. Frankfurter Tabelle). Diese stellt indes nur eine Empfehlung für andere Gerichte dar, der diese nur zum Teil folgen. Bevor man wegen eines Reisemangels Ansprüche gerichtlich geltend macht, sollte man in jedem Fall überprüfen, wie in vergleichbaren Fällen entschieden worden ist (vgl. Mängelliste). So kann man das Risiko einer vollständigen oder teilweisen Klageabweisung (wer den Prozess verliert, trägt die Verfahrenskosten!) zwar nicht ausschließen, aber wenigstens minimieren.

Wir lösen Ihr Rechtsproblem! AnwaltOnline - empfohlen von PCJobs

Fragen kostet nichts: Sie erhalten ein unverbindliches Angebot für eine Rechtsberatung.
  Kostenloses Angebot    vertraulich    schnell: Beratung in wenigen Stunden

Unsere Rechtsberatung - von Ihnen bewertet

Durchschnitt (4,80 von 5,00) - Bereits 104.649 Beratungsanfragen

vielen dank für die superschnelle beratung

Peter Wutz, Waldmünchen

Wir möchten uns auf diesen Weg bei Ihnen bedanken für die schnelle Abwicklung .Es ist bisher alles sehr gut gelaufen und erklärt worden von Ihnen. ...

A.und S. Kleinsteuber, Tambach-Dietharz