Rechtsprobleme anwaltlich lösen lassen   Jetzt Anfrage stellen Bereits 413.604 Anfragen

Politiker-Besuch als Reisemangel?

Reiserecht Lesezeit: ca. 4 Minuten

Ein Reisemangel kann auch durch die Sicherheitsmaßnahmen aufgrund des Urlaubsaufenthalts von Politikern im Hotel begründet sein.

Im zu entscheidenden Fall befand das Gericht eine 10%ige Minderung des Reisepreises für angemessen, da der Aufenthalt von zwei ranghohen Politikern durch die entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen für Unruhe und Spannungen in einem Ferienclub sorgten, was sich negativ auf die Ferienatmosphäre auswirkte.

Hierzu führte das Gericht aus:

Der Kläger hat gegen die Beklagte gemäß § 651 d BGB einen Minderungsanspruch, da die Reiseleistung der Beklagten hinsichtlich der vom Kläger in die Clubanlage „S.“ für sich und den Zeugen K gebuchte Pauschalreise teilweise mangelhaft i.S.d. § 651 c BGB gewesen ist.

So stellt ein Reisemangel die Beeinträchtigungen dar, welche infolge des Aufenthaltes des seinerzeitigen Ministerpräsidenten der Türkei und des Präsidenten von Kasachstan jeweils mit ihren Familien für die übrigen Gäste der Clubanlage „S.“ auftraten. Insoweit kann nicht verkannt werden, dass der Aufenthalt der beiden Präsidenten im Clubdorf Auswirkungen auf das Geschehen innerhalb des Clubdorfes dergestalt hatte, daß aufgrund der stattgefundenen Sicherheitsmaßnahmen zugunsten der Präsidenten eine gewisse Unruhe und Angespanntheit auftrat, welche sich negativ auf die übliche Urlaubsatmosphäre auswirken mussten. Dies gilt umsomehr, als nach dem insoweit unwidersprochen gebliebenen Vortrag des Klägers am Strand ein türkisches Kriegsschiff hin und her fuhr und über der Anlage Hubschrauber kreisten.

Das Gericht bewertet den dem Kläger daraus erwachsenen Minderungsanspruch auf 10 % des Reisepreises.

Der weitere Inhalt ist nur für registrierte Nutzer zugänglich. Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich für einen Zugang.

Urteil freischalten

oder Registrieren

Noch kein Premium-Zugang?

7 Tage kostenlos testen


AG Düsseldorf, 12.05.1998 - Az: 58 C 3213/98


Hinweis: Urteile geben die Rechtsauffassung des Gerichts zum Entscheidungsdatum wieder und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen.

Dr. jur. Jens-Peter Voß (Rechtsanwalt)Patrizia Klein (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht)Alexandra Klimatos (Rechtsanwältin, Absolventin der Fachanwaltslehrgänge: Familienrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht)

Wir lösen Ihr Rechtsproblem!

AnwaltOnline – bekannt aus Tagesspiegel 

Das sagen Mandanten über unsere Rechtsberatung

Durchschnitt (4,85 von 5,00 - 1.268 Bewertungen)

Rechtsanwalt Dr. Voß ist, wie immer, die erste Wahl. Vielen Dank für die hervorragende Beratung!
Dr. Peter Schaller, Dresden
Ich bin absolut zufrieden und kann den Service von AnwaltOnline nur empfehlen! Vielen Dank für die Unterstützung bei der Durchsetzung unserer ...
Verifizierter Mandant