Warmwasser

Mietrecht

Mieter haben grundsätzlich zu jeder Zeit einen Anspruch auf eine Versorgung mit Warmwasser. Der Vermieter muss sicherstellen, dass das Wasser eine Mindesttemperatur von 40-50° C erreichen kann. Bei niedrigeren Temperaturen liegt ein Mangel vor, der den Mieter zu einer Minderung des Mietzinses berechtigt. Darüber hinaus darf der Mieter natürlich auch vom Warmwasser Trinkwasserqualität erwarten.

Warmwasser muss jedoch nicht ad hoc die Mindesttemperatur erreichen. Es genügt, wenn nach spätestens 10-50 Sekunden bzw. 5-15 Litern Wasserfluss eine Temperatur von 45° C erreicht wird. Das LG Berlin war hier strenger und entschied, dass die Vorlaufmenge bis zur Erwärmung auf 55°C maximal drei Liter betragen darf. Eine gefüllte Badewanne muss mindestens 41°C erreichen (AG München, 26.10.2011 - Az: 463 C 4744/11).

Muss der Mieter zulange auf das warme Wasser warten oder wiird Wasser lediglich lauwarm (und liegt unter der Körpertemperatur) so können bis zu 20% Minderung angebracht sein.

Zu beachten ist auch, dass reine Temperaturschwankungen des Warmwassers grundsätzlich nicht zur Minderung berechtigen, wenn die Schwankungen nicht extrem sind. Eine Minderung wurde einem Mieter bei einer Schwankung von 13°C zugesprochen (AG Charlottenburg - Az: 204 C 349/02). Wird der Mangel langfristig nicht abgestellt, so darf der Mieter den Mietvertrag sogar fristlos kündigen.

Die einzelnen Gerichte setzen an Wartezeit und Wasserfluss sowie an die angemessene Minderungsquote stark unterschiedliche Maßstäbe an. So liegen die Minderungsquoten für die vorgenannten Mängel zwischen 3,5% und 20%.

Mit Erreichen der Mindesttemperatur ist jedoch noch nicht alles erledigt. Auch ein ausreichender Wasserfluss ist sicherzustellen. Hier gehen die Gerichte von einem Mindestwarmwasserfluss von 6-9 l/Minute aus.

Klauseln im Mietvertrag, wonach die Versorgungsanlage für Warmwasser nur zwischen sieben und 22 Uhr in Betrieb gehalten werden, sind unwirksam.

Wärmezähler ist Pflicht!

Der Wärmeverbrauch für die Warmwasserbereitung muss ab Ende 2013 mit Wärmezählern gemessen werden. Hierbei ist mindestens ein Wärmezähler pro Heizungsanlage Pflicht, wobei ein zweiter Zähler für die getrennte Erfassung der Heizwärme sinnvoll sein kann. Eine Ausnahme von dieser Pflicht gibt es nur dann, wenn die Erfassung mit einem unzumutbar hohen Aufwand verbunden ist (§ 9 Abs. 1 HeizkostenV). Unzumutbarkeit dürfte dann vorliegen, wenn die verursachten  Kosten 25% der Brennstoffkosten übersteigen. Fehlt ein Wärmezähler, so können Mieter die Heizkostenabrechnung um 15% kürzen (§ 12 Abs. 1 HeizkostenV).

Letzte Aktualisierung: 10.12.2018

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Ich war sehr skeptisch .... bin aber eines besseren belehrt worden. Vielen Dank !

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