Reisemangel, wenn Durchsagen während einer Kreuzfahrt nicht ausschließlich in Deutsch erfolgen?

Reiserecht

Die vertragliche Zusicherung Bordsprache Deutsch schließt Borddurchsagen auf anderen Sprachen nicht aus, so dass Borddurchsagen in verschiedenen Sprachen keinen Reisemangel bedeuten.

Eine vertragliche Zusicherung des Reiseveranstalters dahingehend, auf dem Schiff würde nur deutsch gesprochen und es seien nur deutsche Passagiere an Bord, würde gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verstoßen.

Der Entscheidung lag der nachfolgende Sachverhalt zugrunde:

Der spätere Kläger buchte bei der beklagten Veranstalter für sich und seine Ehefrau eine zweiwöchige Kreuzfahrt „Magische Momente Madagaskar und Mauritius“.

Der Buchung lagen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Beklagten sowie die Ausschreibung der Reise zugrunde wie sie im Reisekatalog beworben wurde. In diesem Reisekatalog wurde die Reise mit dem Kreuzfahrtschiff u.a. mit „Bordsprache Deutsch“ beworben.

Der Kläger behauptet, ihm sei von der Mitarbeiterin der Beklagten auf seine Nachfrage hin, zugesichert worden, dass nur Deutsche an Bord seien und ausschließlich an Bord nur deutsch gesprochen werde. Der Kläger behauptet, die Borddurchsagen, Ausflüge und Touren seien aufgrund der verschiedenen Sprachen zu laut und babylonisch gewesen. Das von ihm gewünschte, gepflegte und ruhige Beisammensitzen mit deutschsprachigen Mitreisenden sei nicht möglich gewesen. Die Abendveranstaltungen seien zur Hälfte in Französisch gewesen. Daneben habe er nur warm und nicht kalt duschen können. Die Kleidung sei aufgrund von Rußabgabe aus dem Bordschornstein verdreckt worden. Es habe einen Stargast geben sollen, der nicht erschienen sei. Der Kläger behauptet, sich mündlich und schriftlich über die Mängel vor Ort jeden Tag beschwert und Abhilfe verlangt zu haben.

Die streitgegenständliche Reise war jedoch nicht mangelhaft im Sinne von § 651c BGB, sondern entsprach „lediglich“ nicht den subjektiven Erwartungen des Klägers. Voraussetzung für eine Minderung nach § 651d Abs. 1 BGB ist, dass die Reise nicht die zugesicherte Eigenschaft aufweist oder mit Fehlern behaftet ist (vgl. § 651c Abs. 1 BGB).

1. Bordsprache Deutsch

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