Vermieter muss Farbwünsche des Mieters berücksichtigen!

Mietrecht

Farbwünsche des Mieters sind vom Vermieter zu berücksichtigen, wenn der Vermieter zur Vornahme der Schönheitsreparaturen verpflichtet ist. Selbst bei extremen Farbtönen ergeben sich für den Vermieter keine Nachteile, da der Mieter in diesem Fall bei Auszug zur Beseitigung derselben verpflichtet wäre.

Im vorliegenden Fall ging es indessen lediglich um den verweigerten Farbwunsch „creme-weiß“. Da der Vermieter stattdessen in weiß streichen wollte, lies der Mieter die Arbeit selbst durchführen und verlangte vom Vermieter Ersatz der entstandenen Kosten. Das Gericht gab dem Mieter Recht - der Anspruch ergibt sich aus § 536 a Abs. 2 Nr. 1 BGB, da der Vermieter seiner Renovierungspflicht nicht nachgekommen war und sich mithin in Verzug befand. Sofern dem Vermieter - wie vorliegend - aus den Gestaltungswünschen des Mieters keine Nachteile entstehen, sind diese im Rahmen des Rücksichtnahmegebots zu befolgen.

LG Bremen, 18.05.2017 - Az: 1 S 37/17

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