Wie funktioniert das Adoptionsverfahren?

Familienrecht

Zuständig für das Adoptionsverfahren ist das Amtsgericht - Familiengericht. Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach dem Wohnsitz oder Aufenthaltsort des oder der Annehmenden. Erforderlich ist ein Antrag des Annehmenden (§ 1752 BGB).

Sämtliche erforderlichen Erklärungen der Beteiligten müssen notariell beurkundet werden. Das Gericht holt eine gutachterliche Äußerung des Jugendamtes oder der tätig gewordenen Adoptionsvermittlungsstelle zu der Frage an, ob das Kind für die annehmende Familie geeignet ist. Der/Die Annehmende/n und das Kind werden vom Amtsgericht - Familiengericht angehört; die persönliche Anhörung des Kindes und der übrigen Beteiligten ist grundsätzlich vorgeschrieben (§ 192 FamFG). Über die Adoption entscheidet dann der zuständige Richter durch Beschluss.

Der Adoption muss eine ‚Probezeit' vorausgehen, in der das Kind in der Familie zur Pflege lebte § 1744 BGB.

Konsequenz einer erfolgreichen Adoption ist, dass die Verwandtschaftsverhältnisse des Kindes und seiner Abkömmlinge zu den leiblichen Verwandten i.d.R. erlöschen. Damit entfallen auch die sich hieraus ergebenden Rechte und Pflichten (Unterhaltspflichten, Erbrecht, Umgangsrecht etc.). Stattdessen erhält das adoptierte Kind die entsprechenden gesetzlichen Rechte gegenüber den Adoptionseltern.

Mit dem 16. Lebensjahr erhält das adoptierte Kind übrigens das Recht, Einsicht in die Personenstandsbücher zu nehmen, so dass es seine wahre Identität erfahren kann.

Sonderfall Stiefkind

Wird ein Stiefkind (also das Kind des Ehegatten) adoptiert, so erlischt das Verwandtschaftsverhältnis nur zu dem anderen Elternteil und dessen Verwandten. Adoptiert jedoch ein Ehegatte das eheliche Kind eines Ehegatten, dessen frühere Ehe durch Tod beendet wurde, so erlischt das Verwandtschaftsverhältnis des Adoptivkindes zu den leiblichen Verwandten des verstorbenen Elternteils nicht, wenn dieser die elterliche Sorge besaß.

Sonderfall Verwandten-Adoption

Wenn die Adoptiveltern mit dem Adoptivkind im 2. (Großeltern, Geschwister) oder 3. Grad (Onkel, Tante) verwandt oder verschwägert sind, so erlischt das Verwandtschaftsverhältnis des Kindes und das seiner evtl. Abkömmlinge zu seinen leiblichen Eltern.. Die verwandtschaftliche Verhältnisse zu den übrigen leiblichen Verwandten bleibt dagegen mit allen daraus resultierenden wechselseitigen Rechtswirkungen bestehen.

Letzte Aktualisierung: 01.11.2018

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