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2,4 Promille am Steuer: keine Fahrerlaubnis ohne MPU-Gutachten

Verkehrsrecht Lesezeit: ca. 6 Minuten

Nach einer Trunkenheitsfahrt mit 2,4 Promille kann eine Fahrerlaubnis auch nicht vorläufig ohne Beibringung eines positiven medizinisch-psychologischen Gutachtens erteilt werden. Eine möglicherweise rechtswidrige Verweigerung der behördlichen Aktenübersendung an eine Begutachtungsstelle beseitigt nicht die fortbestehenden Eignungszweifel und begründet keinen Anspruch auf vorläufige Fahrerlaubniserteilung.

Die Erteilung einer Fahrerlaubnis setzt gemäß § 2 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 StVG i.V.m. § 11 Abs. 1 Satz 1 und 2 FeV, § 20 Abs. 1 Satz 1 FeV das Bestehen der Fahreignung voraus. Die Nichtfeststellbarkeit der Fahreignung geht im Neuerteilungsverfahren zu Lasten des Bewerbers (vgl. VGH Bayern, 07.03.2023 - Az: 11 CE 22.2487). Im Neuerteilungsverfahren hat die Fahrerlaubnisbehörde gemäß § 22 Abs. 2 Satz 1 FeV zu ermitteln, ob Bedenken gegen die Eignung des Bewerbers zum Führen von Kraftfahrzeugen bestehen. Werden Tatsachen bekannt, die solche Bedenken begründen, verfährt sie nach den §§ 11 bis 14 FeV (§ 22 Abs. 2 Satz 5 FeV). Ein Erteilungsanspruch besteht nicht, solange Eignungszweifel vorliegen, die die Anordnung zur Beibringung eines Gutachtens rechtfertigen.

Eine Trunkenheitsfahrt mit einer erheblich über 1,6 Promille liegenden Blutalkoholkonzentration ist zumindest als starker Hinweis auf ein fehlendes Trennungsvermögen, d.h. einen die Fahreignung ausschließenden Alkoholmissbrauch zu werten (vgl. BVerwG, 06.04.2017 - Az: 3 C 13.16; BVerwG, 20.06.2013 - Az: 3 B 102.12). Nach Nr. 8.1 der Anlage 4 zur FeV besteht keine Fahreignung im Falle des Alkoholmissbrauchs im Sinne von Nr. 3.13.1 der Begutachtungsleitlinien für Kraftfahreignung. Nach Beendigung des Alkoholmissbrauchs kann die Fahreignung nach Nr. 8.2 der Anlage 4 zur FeV erst wieder bejaht werden, wenn die Änderung des Trinkverhaltens gefestigt ist.

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VGH Bayern, 17.11.2025 - Az: 11 CE 25.1930


Hinweis: Urteile geben die Rechtsauffassung des Gerichts zum Entscheidungsdatum wieder und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen.

Alexandra Klimatos (Rechtsanwältin, Absolventin der Fachanwaltslehrgänge: Familienrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht)Patrizia Klein (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht)Theresia Donath (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Verkehrsrecht)

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