Probefahrt und die Haftung

Verkehrsrecht

Sinn und Zweck der Testfahrt ist es, etwaige Schäden am Fahrzeug festzustellen bzw. sich von der Gebrauchsfähigkeit eines Fahrzeugs zu überzeugen. Bevor der Entschluss zum endgültigen Vertragsabschluss gefasst wird, führt der potenzielle Käufer daher normalerweise eine Probefahrt durch. Als Käufer sollte man sogar auf einer Probefahrt bestehen. Fraglich ist, wer haftet, falls es dabei zu einem Schaden am Vorführwagen kommt.
Führt der Kunde eines Autohändlers eine Probefahrt durch, so ist der Wagen in der Regel besonders versichert.

In diesem Zusammenhang hat das OLG Koblenz entschieden (13.01.2003 - Az: 12 U 1360/01), dass bei Probefahrt eines auf dem Betriebsgelände eines Autohändlers zum Verkauf abgestelltes Fahrzeug von einer stillschweigenden Haftungsfreistellung zugunsten des Fahrers für den Fall auszugehen, dass das Fahrzeug infolge leichter Fahrlässigkeit beschädigt wird und die Beschädigung im Zusammenhang mit den eine Probefahrt eigentümlichen Gefahren steht. Der Kunde haftet hier nur, sofern ein Schaden am Testwagen vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht wird.

Ein anderes gilt nur für den Fall, dass der Händler vor der Testfahrt ausdrücklich hierauf hinweist. Soll eine Haftungsvereinbarung abgeschlossen werden, so ist es wichtig, sich die Bedingungen genau durchzulesen. Der Schadensersatzanspruch verjährt nach sechs Monaten ab Fahrzeugrückgabe. Die Verjährungsfrist gilt nur bei einem Händler eindeutig - bei Privatleuten ist dies nicht unstreitig.

Ist allerdings der Verkäufer kein Händler, sondern soll von privater Hand gekauft werden, so gilt nichts anderes, als wenn man sich von einem Freund ein Auto leiht: Man haftet für alle Schäden voll, d.h. auch schon bei leichter Fahrlässigkeit, da in einem solchen Fall nicht davon ausgegangen werden kann, dass eine Vollkaskoversicherung besteht. Es ist daher sinnvoll, eine schriftliche Haftungsvereinbarung abzuschließen, die u.a. auch den möglichen Verlust des Schadensfreiheitsrabatts regelt.
 
In beiden Fällen gehört es zur Sorgfaltspflicht des Verkäufers, sich Führerschein sowie Personalausweis zeigen zu lassen und darauf zu achten, ob der Führerschein auch gültig ist. Auch das Erstellen von Kopien dieser Dokumente kann sinnvoll sein. Die Verletzung der Sorgfaltspflicht kann dazu führen, dass die Versicherung im Schadensfall leistungsfrei wird.

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