Reisepreisminderung bei witterungsbedingter Änderung der Kreuzfahrtroute?

Reiserecht

Im Streitfall ging es um eine Kreuzfahrt mit arktischem Kurs, die laut Prospekt auch in vier Tagen diverse Häfen in Grönland anlaufen sollte. Aufgrund der vorherrschenden Witterungsverhältnisse entschied der Kapitän dann jedoch, die Häfen nicht anzulaufen. Die Reisenden verlangten daher eine Minderung des Reisepreises.

Zwar war die Entscheidung aufgrund der Sicherheitsbedenken nicht zu beanstanden, dennoch führte das Nichtanlaufen der Häfen dazu, dass die Reise mangelhaft wurde. Denn es handelte sich nach dem Reisevertrag um wesentliche Reiseleistungen. Der Minderungsanspruch ist verschuldensunabhängig. Da jedoch auch während der fraglichen vier Tage Reiseleistungen in Anspruch genommen wurden , hielt das Gericht eine Minderung in Höhe von 1/3 des anteiligen Tagesreisepreises für angemessen.

Ebenfalls strittig war die Forderung der Reisenden nach einer Ausgleichszahlung weil der Rückflug von München nach Stuttgart von der Fluggesellschaft annulliert wurde. Ein solcher Anspruch bestand jedoch nicht gegenüber dem Veranstalter. Eine Ausgleichszahlung kann nur beim ausführenden Luftfahrtunternehmen geltend gemacht werden (BGH, 11.03.2008 - Az: X ZR 49/07).

LG Frankfurt/Main, 22.06.2017 - Az: 24 O 30/15

Wir lösen Ihr Rechtsproblem! AnwaltOnline - empfohlen von ComputerBild

Fragen kostet nichts: Sie erhalten ein unverbindliches Angebot für eine Rechtsberatung.
  Kostenloses Angebot    vertraulich    schnell: Beratung in wenigen Stunden

Unsere Rechtsberatung - von Ihnen bewertet

Durchschnitt (4,80 von 5,00) - Bereits 110.495 Beratungsanfragen

Vielen Dank für Ihre kompetenten und insbesondere detaillierten Info's.

Verifizierter Mandant

Die Beratung war schnell und gut und hat verhindert, weiteres unnötiges Geld und vor allem Zeit in den Vorgang zu stecken der zwar berechtigt war ...

Verifizierter Mandant