Rechte des Flugreisenden bei Streik

Reiserecht

Die Gewerkschaft hat es angekündigt: Der Luftverkehr soll bestreikt werden. Für viele Reisende, die von einer Streikmaßnahme betroffen sind, stellt sich die Frage, welche Rechte ihnen zustehen.

Zunächst einmal wird die Fluggesellschaft in aller Regel von sich aus bemüht sein, den Schaden so gering wie möglich zu halten und Reisende, deren Flug nicht starten kann, auf andere Flüge umzubuchen.

Linienflüge

Reisende, die einen Linienflug gebucht haben, können eine Umbuchung verlangen. Die Umbuchung ist kostenlos. Betroffene Passagiere haben einen Anspruch auf eine solche Umbuchung.

Streik ist ein außergewöhnlicher Umstand. Ein Anspruch auf EU-Ausgleichszahlung daher besteht nicht (BGH, 21.08.2012 - Az: X ZR 138/11 und X ZR 146/11). Die Fluggesellschaft ist aber verpflichtet, alles ihr Mögliche zu unternehmen, um die Folgen zu minimieren.

Es sollte jedoch beachtet werden, dass der Europäische Gerichtshof entschieden hat, dass sich eine Fluggesellschaft bei einem wilden Streik nicht ohne Weiteres auf außergewöhnliche Umstände berufen kann (Az: C-195/17, C-197/17 bis C 203/17, C-226/17, C-228/17, C-254/17, C-274/17, C-275/17, C-278/17 bis C-286/17 und C-290/17 bis C-292/17).

Ob dies auch auf reguläre Streiks übertragbar ist, muss der EuGH jedoch noch klären.

Pauschalreise mit Flug

Handelt es sich um eine Pauschalreise und nicht um einen Linienflug, so muss der Reiseveranstalter sich um eine alternative Beförderung für betroffene Reisende kümmern.

Ab einer Verspätung von mehr als vier Stunden am Ankunftsort kann der Reisende eine anteilige Minderung des Reisepreis durchsetzen.

Verkürzt sich ein ohnehin kurzer Urlaub durch die Streikmaßnahmen erheblich, kommt sogar die Stornierung der Reise in Betracht. In diesem Fall muss der Reiseveranstalter den Reisepreis erstatten.

Wird der Flug nicht durchgeführt, hat der Reisende zumindest einen Anspruch auf Rückerstattung des gezahlten Reisepreises.

Schadensersatzpflicht

Erleidet der Reisende durch hierdurch entstehende Verspätungen Schäden, etwa weil ein geplanter Geschäftstermin platzt, ist die Fluggesellschaft allerdings nicht einstandspflichtig.

Die gesetzliche Haftung greift allenfalls dann, wenn die Fluggesellschaft die Verspätung zu vertreten hat. Das allerdings ist nicht der Fall, wenn die Verzögerung auf einen Streik des Personals zurückzuführen ist.

Gleiches gilt, wenn die Fluggesellschaft wegen Streiks in Einzelfällen oder auch über einen längeren Zeitraum überhaupt nicht in der Lage ist, gebuchte Flüge durchzuführen. Auch hier ist ihr kein Verschulden anzulasten, Schadenersatzansprüche bestehen nicht.

Letzte Aktualisierung: 07.11.2019

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