AnwaltOnline - Reiserecht April 2026
ISSN: 1511-8975
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Interessante Urteile
Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit wegen Absage einer Kreuzfahrt
Bei einer Pauschalreise steht dem Reisenden gegen den Reiseveranstalter auch dann ein Entschädigungsanspruch wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit (§ 651n Abs. 2 BGB) zu, wenn die Absage einer Schiffsreise auf Umstände zurückgeht, die zunächst im Verantwortungsbereich des Veranstalters liegen …
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Hotelbaustelle im Urlaub kann 35% Minderung rechtfertigen
Eine Reisepreisminderung nach §§ 651m, 651i BGB setzt voraus, dass die tatsächliche Reiseleistung von der vertraglich geschuldeten Leistung abweicht. Bei einer nicht vollständig fertiggestellten Hotelanlage mit Baustellencharakter, Baulärm und Baumängeln kann eine Minderung des Reisepreises um 35% angemessen sein, wenn der Kern des …
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Flugannullierung: Hotelkosten werden auf Ausgleichszahlung angerechnet
Bei einer Flugannullierung sind Hotelkosten - sowohl für eine frühere Anreise am Zielort als auch für frustrierte Aufwendungen wegen verspäteter Ankunft - auf die Ausgleichszahlung nach Art. 5, 7 VO (EG) Nr. 261/2004 anzurechnen, sofern sie hinter der gezahlten Pauschale zurückbleiben. Eine Kumulierung von Ausgleichszahlung und …
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Wann müssen Reisevermittler ihre Kunden vor Veranstalterpleite warnen?
Reisevermittler sind gegenüber ihren Kunden grundsätzlich nicht verpflichtet, auf eine möglicherweise drohende Insolvenz eines Reiseveranstalters hinzuweisen, wenn ihnen selbst keine konkreten Anhaltspunkte für eine bevorstehende Zahlungsunfähigkeit bekannt sind. Eine darüber hinausgehende Pflicht zur eigenständigen wirtschaftlichen Prüfung …
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Weitere Urteile zum Reiserecht
… finden Sie auf unserer Urteilsübersicht.
Das Thema des Monats
Notfall im Flugzeug: Rechte und Pflichten für Fluggäste
Kommt es während eines Flugs zu einer medizinischen Notfallsituation, so kann eine außerplanmäßige Landung erforderlich werden, um die Versorgung des Reisenden sicherzustellen. Doch welche rechtlichen Konsequenzen hat ein solches Drama in 10.000 Metern Höhe – für den betroffenen Patienten, für den helfenden Arzt und nicht zuletzt für die restlichen Passagiere, deren Reisepläne durch den Zwischenfall durcheinandergewirbelt werden?
Wer hat die Entscheidungsgewalt an Bord?
Tritt ein medizinischer Notfall ein, obliegt die Verantwortung für das weitere Vorgehen primär der Crew. In etwa 90 Prozent der Fälle ist der Zustand des Passagiers unkritisch und kann durch die Kabinenbesatzung bewältigt werden, da diese regelmäßig in Erste-Hilfe-Maßnahmen geschult ist. Handelt es sich jedoch um einen ernsteren Zustand, wird an einen eventuell mitreisenden Arzt appelliert.Der Flugkapitän kann zur Rettung des Passagiers selbstständig eine Sicherheitslandung veranlassen und verantworten. Auch wenn eine Abstimmung mit dem Bordpersonal, medizinischen Callcentern am Boden und einem eventuell an Bord befindlichen Arzt erfolgt, gilt letzten Endes die Entscheidung des Flugkapitäns. Diese erfolgt im Zweifel stets zugunsten der Gesundheit des Reisenden. Muss ein passender Flughafen angesteuert und eine medizinisch initiierte Sicherheitslandung durchgeführt werden, verursacht dies nicht unerhebliche Kosten. Für diese muss grundsätzlich die Krankenversicherung des Reisenden aufkommen, was diese im Allgemeinen auch ohne Probleme tut. Einige Airlines tragen diese Kosten aus Kulanzgründen teilweise auch selbst.
Gibt es eine Hilfeleistungspflicht?
Während des Fluges findet das Recht des Staates Anwendung, in dem das Flugzeug eingetragen ist – und zwar unabhängig davon, wo sich das Flugzeug gerade geografisch befindet. Fliegt man beispielsweise mit einer deutschen Fluggesellschaft, gilt während des Fluges deutsches Recht.Nach diesem ist auch der Arzt, ebenso wie jeder andere Bürger, verpflichtet, in Notfällen Hilfe zu leisten, sofern ihm dies zumutbar ist (vgl. § 323c StGB). Aufgrund der fachlichen Ausbildung liegt die Zumutbarkeitsschwelle beim Mediziner höher als beim medizinischen Laien. Es wird dabei allerdings berücksichtigt, welche Facharztausbildung vorliegt. …
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