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Baumbeseitigung nach einem Sturm: zahlt die Wohngebäudeversicherung?

Mietrecht Lesezeit: ca. 5 Minuten

Für die Beurteilung, ob es sich bei einem Schaden um einen „umgestürzten“ Baum im Sinne der Versicherungsbedingungen handelt, ist von dem Verständnis eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers auszugehen.

Maßgeblich ist hierfür zunächst der Wortlaut der Klausel.

Bei natürlicher Betrachtungsweise setzt das „Umstürzen“ eines Baumes voraus, dass der Baum entweder entwurzelt wird oder der Baumstamm insgesamt abbricht. Ein Abbrechen einzelner Teile wie z.B. der Baumkrone oder auch eine Teils des Stammes, kann demgegenüber nicht als Umstürzen ausgelegt werden, wenn der wesentliche Teil des Baumstammes stehen bleibt.

Die seitens des Amtsgerichts Köln in dem Urteil vom 05.11.2008 (Az: 143 C 163/08) vertretene Auffassung, dass der Begriff des Umstürzens bei natürlicher Betrachtungsweise voraussetzt, dass diejenigen Teile des Baumes, die über dem Erdboden stehen, nicht mehr stehen, vermag nicht zu überzeugen.

Denn ein Abbrechen sämtlicher Teile eines Baumes, die sich über dem Erdboden befinden, ohne dass dieser zugleich auch entwurzelt wird, ist nicht vorstellbar und für den Fall, dass lediglich entwurzelte Bäume vom Versicherungsschutz umfasst werden sollten, wäre dieser Wille durch die Wahl des in vielen Wohngebäudeversicherungsverträgen enthaltenen und gängigen Begriffs der „Entwurzelung“ zum Ausdruck gekommen.

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AG Emmendingen, 24.04.2020 - Az: 8 C 65/18


Hinweis: Urteile geben die Rechtsauffassung des Gerichts zum Entscheidungsdatum wieder und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen.

Alexandra Klimatos (Rechtsanwältin, Absolventin der Fachanwaltslehrgänge: Familienrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht)Patrizia Klein (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht)Theresia Donath (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Verkehrsrecht)

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