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Auf dem Balkon gegrillt - Kündigung?

Mietrecht Lesezeit: ca. 5 Minuten

Wurde eine wirksame Beschränkung oder Untersagung des Grillens auf dem Balkon in Rahmen der Hausordnung beschlossen, so berechtigt ein einzelner Verstoß hiergegen nicht die außerordentliche Kündigung des Mietverhältnis. Der Mieter ist zuerst abzumahnen.

Wird das Verhalten sodann trotzdem regelmäßig fortgesetzt und werden die Nachbarn hierdurch nicht unerheblich beeinträchtigt, so kann eine fristlose Kündigung berechtigt sein.

Hierzu führte das Gericht aus:

Gemäß § 553 BGB steht dem Vermieter das Recht zur außerordentlichen unbefristeten Kündigung zu, wenn der Mieter von der Mietsache einen vertragswidrigen Gebrauch macht, der Vermieter den Mieter abgemahnt hat, der Mieter ungeachtet dessen den beanstandeten Gebrauch fortsetzt und dieses Verhalten die Rechte des Vermieters in erheblichem Maß verletzt.

Vertragswidrig in diesem Sinne sind u. a. mit der Wohnraumnutzung zusammenhängende Verstöße gegen eine wirksam vereinbarte Hausordnung. Wenn auch vereinzelte und geringe Verstöße gegen eine Hausordnung keine Kündigung rechtfertigen, gilt dann etwas anderes, wenn trotz Abmahnung Verstöße gegen die Hausordnung fortgesetzt werden, die geeignet sind, den Hausfrieden nachhaltig zu stören.

Das monierte Verhalten der Mieter entspricht diesen Anforderungen. Trotz mehrfacher Abmahnungen und Kündigungen haben sie unbeeindruckt weiterhin auf dem Balkon der Wohnung gegrillt bzw. eine Friteuse betrieben, als auch Fahrzeuge auf der Hoffläche vor der von ihnen angemieteten Garage weiter abgestellt worden sind.

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LG Essen, 07.02.2002 - Az: 10 S 438/01

ECLI:DE:LGE:2002:0207.10S438.01.00


Hinweis: Urteile geben die Rechtsauffassung des Gerichts zum Entscheidungsdatum wieder und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen.

Theresia Donath (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Verkehrsrecht)Alexandra Klimatos (Rechtsanwältin, Absolventin der Fachanwaltslehrgänge: Familienrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht)Dr. jur. Jens-Peter Voß (Rechtsanwalt)

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