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Kein Anspruch auf Erschwerniszulage für tarifbeschäftigte Arbeitnehmer im Nachrichtendienst

Arbeitsrecht Lesezeit: ca. 3 Minuten

Der Schutz des Diskriminierungsverbots für befristet beschäftigte Arbeitnehmer nach § 4 Abs. 2 TzBfG findet keine Anwendung auf Arbeitsverhältnisse, die mit Erreichen der gesetzlichen Regelaltersgrenze enden. Solche Befristungen stellen keine atypischen Arbeitsverhältnisse dar, sondern sind nach Sinn und Zweck der Norm den unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen gleichzustellen.

Ein Anspruch auf eine Erschwerniszulage nach § 22 EZulV für tarifbeschäftigte Arbeitnehmer ergibt sich weder aus § 4 Abs. 2 TzBfG noch aus Art. 20 GRC oder Art. 3 Abs. 1 GG. Der persönliche und sachliche Anwendungsbereich des TzBfG ist zwar eröffnet, jedoch besteht kein schutzwürdiges Interesse, da es sich bei Befristungen bis zur Altersgrenze um konsolidierte Normalarbeitsverhältnisse handelt, die nicht von der Missbrauchsgefahr erfasst sind, welche die unionsrechtlichen Diskriminierungsvorgaben verhindern sollen (vgl. EuGH, 28.02.2018 - Az: C-46/17).

Auch das unionsrechtliche Gleichbehandlungsgebot rechtfertigt keine andere Beurteilung. Die automatische Beendigung von Arbeitsverhältnissen mit Eintritt der Rentenberechtigung ist unionsrechtlich anerkannt und stellt keinen unzulässigen Missbrauch von Befristungen dar. Eine Diskriminierung im Verhältnis zu Beamten liegt nicht vor, da es sich um unterschiedliche Berufsgruppen mit eigenständigen normativen Regelungsbereichen handelt. Der Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG gebietet daher keine Gleichstellung der Arbeitnehmer mit Beamten hinsichtlich der Erschwerniszulage.

Ein Anspruch auf Zahlung der Zulage lässt sich schließlich auch nicht aus dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz herleiten. Dieser setzt ein gestaltendes Verhalten des Arbeitgebers voraus. Werden tarifliche Regelungen oder gesetzliche Vorgaben lediglich vollzogen, besteht kein Raum für eine Anwendung dieses Grundsatzes. Die Zahlung von Zulagen im feuerwehrtechnischen Dienst nach § 9b EZulV stellt reinen Normvollzug dar und begründet keine Verpflichtung, vergleichbare Zahlungen auch an tarifbeschäftigte Arbeitnehmer im Nachrichtendienst zu leisten.


BAG, 31.07.2025 - Az: 6 AZR 18/25

ECLI:DE:BAG:2025:310725.U.6AZR18.25.0


Hinweis: Urteile geben die Rechtsauffassung des Gerichts zum Entscheidungsdatum wieder und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen.

Patrizia Klein (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht)Dr. jur. Rochus Schmitz (Rechtsanwalt)Dr. jur. Jens-Peter Voß (Rechtsanwalt)

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