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Lügendetektor als Beweis unzulässig

Arbeitsrecht Lesezeit: ca. 1 Minute

Einem Arbeitnehmer wurde wegen des Verdachts sexueller Belästigungen gekündigt. Im Kündigungsschutzprozess hatte der Kläger unter anderem angeboten, sich freiwillig einem Test unter Einsatz eines Lügendetektors zu unterziehen.

Die Richter betonten jedoch, dass über die Glaubwürdigkeit eines Zeugen oder einer Prozesspartei allein das Gericht zu entscheiden habe.

Ein Lügendetektoreinsatz birgt die Gefahr, daß bei bestimmten Testergebnissen dem Gericht letztlich keine entscheidende eigene Beurteilungsmöglichkeit übrig bleibt. In gewisser Weise nehme damit die Maschine "wesentliche Teilbereiche der richterlichen Beurteilungstätigkeit wahr", weshalb der Einsatz des Lügendetektors als Beweis unzulässig sei.


LAG Rheinland-Pfalz, 18.11.1997 - Az: 4 Sa 639/97

ECLI:DE:LAGRLP:1997:1118.4SA639.97.0A


Hinweis: Urteile geben die Rechtsauffassung des Gerichts zum Entscheidungsdatum wieder und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen.

Martin Becker (Rechtsanwalt und Mediator, Fachanwaltslehrgang Arbeitsrecht)Dr. jur. Jens-Peter Voß (Rechtsanwalt)Patrizia Klein (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht)

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