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Auch ein bekannter Reisemangel muss angezeigt werden!

Reiserecht Lesezeit: ca. 5 Minuten

Reisende, die während einer Pauschalreise Mängel nicht rechtzeitig anzeigen, verlieren ihren Anspruch auf Minderung des Reisepreises gemäß § 651d Abs. 2 BGB - und zwar selbst dann, wenn der Reiseveranstalter von dem Mangel bereits Kenntnis hatte. Die Anzeigeobliegenheit dient nicht nur der Abhilfe, sondern auch der Dokumentation einer tatsächlich empfundenen Beeinträchtigung des Reisenden.

Gemäß § 651d Abs. 1 BGB ist der Reisende berechtigt, den Reisepreis zu mindern, wenn die gebuchte Reise mit Mängeln behaftet ist. Dieser Minderungsanspruch tritt jedoch gemäß § 651d Abs. 2 BGB nicht ein, wenn der Reisende es schuldhaft unterlässt, den Mangel anzuzeigen. Die Anzeigeobliegenheit stellt damit eine zentrale Voraussetzung für die Geltendmachung reiserechtlicher Gewährleistungsansprüche dar.

Die Mängelanzeige muss gegenüber der örtlichen Reiseleitung oder einer sonstigen erreichbaren Vertretung des Reiseveranstalters erfolgen. Entscheidend ist, ob dem Reisenden zumutbare Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Befinden sich Kontaktdaten einer Gebietsagentur des Reiseveranstalters auf dem Flugticket des Reisenden - wie etwa eine Telefonnummer -, so ist der Reisende gehalten, diese zu nutzen. Behauptet der Reisende, Kontaktversuche unternommen zu haben, muss er konkret darlegen, welche Kontaktmöglichkeiten er auf welche Weise und zu welchem Zeitpunkt genutzt hat. Ein pauschaler Hinweis auf erfolglose Kontaktversuche genügt den Darlegungsanforderungen nicht.

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Martin Becker (Rechtsanwalt und Mediator, Fachanwalt für Arbeitsrecht)Alexandra Klimatos (Rechtsanwältin, Absolventin der Fachanwaltslehrgänge: Familienrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht)Dr. jur. Jens-Peter Voß (Rechtsanwalt)

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Antje , Karlsruhe