Ferienwohnung - Wenn täglich Besuch kommt

Reiserecht

Ferienwohnungen werden in der Regel nach Personenzahl oder mit einer maximal zulässigen Zahl von Bewohnern vermietet und entsprechend vom Anbieter kalkuliert. Doch wie verhält es sich, wenn die Reisenden anschließend nahezu täglich Besuch von Verwandten oder Bekannten bekommen? Schließlich erhöhen sich hierdurch regelmäßig die Kosten durch Abnutzung, Wasser-, Stromverbrauch etc..

Hierzu ist zunächst zu beachten, dass ein Vertrag über die Vermietung einer Ferienwohnung zunächst ein Mietvertrag i. S. von §§ 535ff BGB ist - auch wenn daneben bei der gewerblichen Vermietung nach der Rechtsprechung die Vorschriften des Reiserechts nach §§ 651a ff BGB zur Anwendung kommen. Dies bedeutet, dass die Grundsätze, die für die Abgrenzung von Bewohnern und Besuchern für das allgemeine Mietrecht entwickelt worden sind, auch für die Vermietung von Ferienwohnungen maßgebend sind.

Allerdings ist die Unterscheidung hier deshalb wesentlicher, weil Wohnungen im allgemeinen Mietrecht üblicherweise nicht für eine bestimmte Bewohnerzahl vermietet werden und die Anzahl der Bewohner allenfalls für die Frage Bedeutung gewinnt, ob bei einer Überbelegung die Möglichkeit besteht, die Wohnung zu kündigen beziehungsweise dem Mieter die Aufnahme zusätzlicher Personen in die Wohnung zu untersagen. Auch ist die Unterscheidung wichtig, wenn Betriebskosten nach der Kopfzahl der Bewohner abgerechnet werden.

Demgegenüber wird bei der Vermietung von Ferienwohnungen in der Regel von vorneherein bei der Preisgestaltung auf die Anzahl der Bewohner während der Mietzeit abgestellt, in der Weise, das der Mietpreis pro Bewohner bei größerer Bewohnerzahl sinkt, der Gesamtpreis sich aber dabei erhöht (s.o.).

Nach dem allgemeinen Mietrecht ist der Mieter berechtigt, Besuche zu jeder Zeit und in beliebiger Anzahl zu empfangen, soweit damit keine Störung des Hausfriedens oder die vertragswidrige Benutzung der Wohnung (z. B. Prostitution in der Wohnung) verbunden ist.

Die Frage, bis zu welcher  Dauer  noch von einem Besuch gesprochen werden kann und ab wann eine Gebrauchsüberlassung vorliegt, ist ausschließlich anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls zu beantworten (dazu AG Frankfurt/M., 12.01.1995 - Az: 3 C 5170/94), wonach jedenfalls ein Zeitraum von 3 Monaten die normale Besuchsdauer überschreitet. Behauptet der Mieter, bei der aufgenommenen Person handle es sich um einen Besucher, obliegt der in der Praxis schwer zu führende Beweis des Gegenteils dem Vermieter.

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Letzte Aktualisierung: 28.12.2018

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