Grillen erlaubt oder nicht?

Mietrecht

Es ist grundsätzlich erlaubt, dreimal im Jahr zu grillen. Die Geruchsbelästigung muss hierbei auf ein Minimum beschränkt werden. Zudem muss das Grillen nach zwei Stunden beendet werden.

Hierzu führte das Gericht aus:

Durch das Grillen auf der dem Sondernutzungsrecht unterliegenden Terrasse erwächst anderen Eigentümern kein Nachteil gem. § 14 Nr. 1 WEG, der über das Maß hinausgeht, das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidlich ist. Ein Nachteil i.S. des § 14 Nr. 1 WEG ist jede Beeinträchtigung oder Gefährdung, sofern sie nicht ganz geringfügig ist, was nach objektiven Maßstäben zu beurteilen ist. Unvermeidbar sind dabei Beeinträchtigungen, die sich aus dem Zusammenleben von Menschen aus deren Eigenschaften ergeben können. Damit wird wie in § 138 BGB (gute Sitten), § 242 BGB (Treu und Glauben) und § 276 BGB (im Verkehr erforderliche Sorgfalt) auf die Verkehrsanschauungen verwiesen, die je nach den konkreten Verhältnissen zu unterschiedlichen Beurteilungen führen können.

Es ist zwar festzustellen, daß im Prinzip jeglicher Grillgeruch vermeidbar ist, indem man nämlich das Grillen gänzlich verbietet. Gleichwohl ist das Grillen in dem von den Antragsgegner ausgeübten Umfang als erlaubt anzusehen. Die hierdurch verursachten geringfügigen Rauchentwicklungen und Grillgerüche haben die anderen Eigentümer im Rahmen des allgemeinen Toleranzgebots hinzunehmen.

Bei der Beurteilung, ob ein Nachteil i.S. des § 14 Nr. 1 WEG und damit eine nicht ganz unerhebliche Beeinträchtigung vorliegt, ist danach auch ein Wandel der Verkehrsanschauung im Hinblick auf die Freizeitgestaltung und insbesondere das Zubereiten von Speisen auf einem Holzkohlengrill zu berücksichtigen.

Die Kammer ist der Auffassung, daß die frühere - wenige - Rechtsprechung zur Zulässigkeit des Grillens auf einem Balkon, nicht nur aufgrund der örtlichen Verschiedenheiten (dort: Balkon - hier: Terrasse bzw. im Sondernutzungsrecht stehender Gartenanteil), nicht auf den vorliegenden Fall der Zulässigkeit des Grillens auf einer Terrasse übertragen werden kann.

Nach früherer Rechtsprechung wurde das Betreiben eines Gartengrillgeräts auf einem Balkon einer Eigentums- bzw. Mietwohnung nicht mehr als ordnungsmäßige Nutzung des Sonder- bzw. Miteigentums angesehen. Durch das Grillen auf einem offenen Holzkohlefeuer erfolge eine mehr oder weniger starke Rauch- und Geruchsbelästigung, die die Bewohner der benachbarten Wohnungen treffe. Das LG Düsseldorf war selbst unter Berücksichtigung der Tatsache, daß Grillen im Freien auf dem Holzkohlegrill eine weithin beliebte und gebräuchliche Art der Zubereitung von Speisen ist, der Auffassung, daß das Grillen eine nicht ganz unerhebliche Beeinträchtigung darstelle. Es kann hier dahingestellt bleiben, ob der Rechtsauffassung des LG Düsseldorf in allen Punkten gefolgt werden kann. Dort ging es nämlich um ein Beschlußanfechtungsverfahren, wonach Grillen ohne jegliche Einschränkung durch Mehrheitsbeschluß erlaubt wurde.

Um den ganzen Artikel lesen zu können müssen Sie sich oder kostenlos und unverbindlich registrieren.

Sie haben keinen Zugang und wollen trotzdem weiterlesen?

Registrieren Sie sich jetzt - testen Sie uns kostenlos und unverbindlich

Wir lösen Ihr Rechtsproblem! AnwaltOnline - empfohlen vom SWR / ARD Buffet

Fragen kostet nichts: Sie erhalten ein unverbindliches Angebot für eine Rechtsberatung.
  Kostenloses Angebot    vertraulich    schnell: Beratung in wenigen Stunden

Unsere Rechtsberatung - von Ihnen bewertet

Durchschnitt (4,80 von 5,00) - Bereits 110.127 Beratungsanfragen

Beratung: schnell-kompetent-preiswert; einfach angenehm!!

Monika Rütten

Für den Preis angemessen; detaillierte Beratung ohnehin eher schwierig über Internet

Verifizierter Mandant