Schimmel: Mietminderung, auch wenn teilweise falsches Lüftungsverhalten der Grund ist?

Mietrecht

Sofern Schimmelbildung nicht allein aufgrund falschem Lüftungsverhalten beruht, sondern auch bauliche Gründe vorliegen, kann der Mieter die Miete mindern.

Vorliegend war durch einen Sachverständigen festgestellt worden, dass falsches Lüftungsverhalten des Mieters für die Schimmelbildung und Feuchtigkeit in der Wohnung ursächlich war - ebenfalls ermittelte der Sachverständige aber auch bauliche Mängel (Wärmebrücken), die möglicherweise mitursächlich waren.

Somit war streitig, ob die Feuchtigkeitsschäden dem Vermieter oder dem Mieter zuzurechnen sind.

Die Folge: Der Vermieter muss zunächst beweisen, dass er nicht verantwortlich ist. Nur dann wird es Sache des Mieters, seinerseits zu beweisen, dass die Schäden nicht aus seinem Verantwortungsbereich stammen. Vorliegend forderte der Sachverständige Bauteilöffnungen um eine abschließende Beurteilung vornehmen zu können. Diese verweigerte der Vermieter und blieb somit den Beweis schuldig, dass die Feuchtigkeit nicht aus seinem Verantwortungsbereich herrührte.

Konsequenz: Die Klage des Mieters auf Zahlung rückständiger Miete, die dieser als Minderung wegen der Feuchtigkeit und Schimmelbildung einbehalten hatte, wurde abgewiesen.

LG Frankfurt/Oder, 14.09.2010 - Az: 19 S 22/09

ECLI:DE:LGFRANK:2010:0914.19S22.09.0A

Wir lösen Ihr Rechtsproblem! AnwaltOnline - empfohlen von der Monatsschrift für Deutsches Recht

Fragen kostet nichts: Sie erhalten ein unverbindliches Angebot für eine Rechtsberatung.
  Kostenloses Angebot    vertraulich    schnell: Beratung in wenigen Stunden

Unsere Rechtsberatung - von Ihnen bewertet

Durchschnitt (4,80 von 5,00) - Bereits 131.335 Beratungsanfragen

Waren erst sehr skeptisch uns mit unserem Problem an einen Onlineanwalt zu wenden. Aber wir müssen sagen, sind sehr angenehm überrascht worden. Ma ...

Verifizierter Mandant

Ob mein Problem vollständig gelöst ist, kann ich zu zur Zeit noch nicht beantworten, bin aber sehr zuversichtlich. Insgesamt betrachtet hätte ich ...

Heinrich Mybach, Köln