Online Auktion - Die Ware wurde gestohlen

eBay-Recht

Unterschiedliche Folgen bei Stückkauf und Gattungskauf

Die rechtlichen Folgen eines Diebstahls richten sich einmal danach, ob es sich bei dem Kauf um einen Stückkauf oder um einen Gattungskauf gehandelt hat und zum anderen nach dem Zeitpunkt, in dem der Diebstahl begangen wurde.

Kaufgegenstand eines Stückkaufs ist ein individuell bestimmter Gegenstand.

Bei gebrauchten Gegenständen, wie sie auch im Internet - Versteigerungen häufig angeboten werden, ist dies regelmäßig der Fall. Dagegen handelt es sich um einen Gattungskauf, wenn der Kaufgegenstand "nur der Gattung nach bestimmt" (§ 243 Abs. 1 BGB) ist; diese Voraussetzung liegt bei den meisten marktgängigen neuen Gebrauchsgütern vor. Das Typische daran ist, dass die verschiedenen Exemplare der Gattung gleichartig und gleichwertig und daher auch leicht ersetzbar sind.

Wird der Kaufgegenstand bei einem Stückkauf gestohlen (z. B. ein von einer Privatperson zum Verkauf angeboten er gebrauchter PKW), so wird der Verkäufer von der Leistung frei (§ 275 Abs. 1 BGB). Damit entfällt auch die Verpflichtung des Käufers zur Zahlung des Kaufpreises (§ 326 Abs. 1 BGB). Hat allerdings der Verkäufer den Diebstahl mit zu verantworten, etwa dadurch, dass er seiner Sorgfaltspflicht zur Verwahrung oder Beaufsichtigung des Kaufgegenstand ist nicht nachgekommen ist, kann der Verkäufer Schadensersatz verlangen (§§ 275, 280, 281 BGB).

Der Kaufpreis muss dagegen bezahlt werden, wenn der Verkäufer die von ihm geschuldete Leistung bereits erbracht hatte. Hat also der Käufer im Zeitpunkt des Diebstahls den Kaufgegenstand bereits erhalten oder war er beim Verkäufer ordnungsgemäß zur Abholung bereitgestellt beziehungsweise beim Versendungskauf an den Transporter übergeben, so bleibt er zahlungspflichtig.

Beim Gattungskauf kann der Käufer die Lieferung des Kaufgegenstandes verlangen, so lange noch Waren der betreffenden Gattung vorhanden sind. Gegebenenfalls muss der Verkäufer sich eben entsprechend neu eindecken. Allerdings kann sich aus der Art des Kaufvertrags ergeben, dass die Verpflichtung des Verkäufers auf seinen im Zeitpunkt des Kaufvertrags vorhanden Warenbestand beschränkt sein soll. Dies kann beispielsweise bei Verkäufen durch Privatpersonen in der Regel angenommen werden. Wird dann der gesamte Warenbestand beim Verkäufer entwendet, so ist er nicht verpflichtet, Deckungskäufe durchzuführen.

Die Verpflichtung zur Lieferung aus der Gattung entfällt in jedem Fall dann, wenn der Verkäufer zur Erfüllung des Kaufvertrags einen bestimmte Gegenstand aus der Gattung ausgesondert und an den Käufer übergeben, für ihn bereitgestellt oder im Fall des Versendungskaufs dem Transporter ausgehändigt hat. Ist diese so genannte Konkretisierung eingetreten, beschränkt sich der Kaufvertrag auf den vom Verkäufer ausgewählten Gegenstand und es gelten dann oben dargestellten Regeln für den Stückkauf.

Gelingt es dem Käufer, den entwendeten Gegenstand vom Dieb zurückzuerhalten, so behält der Verkäufer den Anspruch auf den Kaufpreis.

Wenn der Diebstahl in einem Zeitpunkt begangen wird, in dem der Kaufgegenstand bereits ein den Käufer übergeben und übereignet worden und der Verkäufer für den Diebstahl nicht mitverantwortlich ist, so hat der Käufer nur noch Schadensersatzansprüche gegen den Dieb (§ 823 BGB).

Wenn eine Diebstahlsversicherung besteht

Die strafrechtlichen Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft gegen den Dieb sind zwar unabhängig von der Strafanzeige des Geschädigten. Diese ist aber in jedem Fall erforderlich, wenn der gestohlene Gegenstand versichert war. Wird die Anzeige bei der Polizei unterlassen, so entfällt in der Regel der Versicherungsschutz durch eine Diebstahlsversicherung. Der Geschädigte sollte nach Möglichkeit die Umstände der Tat genau dokumentieren, solange sie ihm noch in frischer Erinnerung sind. Dies ist nicht nur sinnvoll, um die Polizei bei ihren Ermittlungen gegen den Dieb zu unterstützen, sondern auch versicherungsrechtlich geboten.

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Ich war sehr skeptisch .... bin aber eines besseren belehrt worden. Vielen Dank !

Katrin Vieser, Freiburg