Urlaubsansprüche langandauernd erkrankter
Arbeitnehmer erlöschen auch dann mit dem 31. März des zweiten Folgejahres, wenn der
Arbeitgeber den Arbeitnehmer während der ununterbrochenen
Arbeitsunfähigkeit nicht auf den drohenden Verfall der Urlaubsansprüche hingewiesen hat (vgl. LAG Hamm, 24.07.2019 - Az:
5 Sa 676/19).
Hierzu führte das Gericht aus:
Der Anspruch auf
Urlaubsabgeltung nach
§ 7 Abs. 4 BUrlG setzt voraus, dass zum Zeitpunkt der rechtlichen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein offener Urlaubsanspruch besteht, der wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden kann.
Der gesetzliche Mindesturlaub des Klägers für das Jahr 2016 ist entsprechend der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (vgl. nur BAG, 12.11.2013 - Az: 9 AZR 646/12; BAG, 18.09.2012 - Az:
9 AZR 623/10; BAG, 07.08.2012 - Az:
9 AZR 353/10) mit Ablauf des 31. März 2018 verfallen.
1.
Nach dieser Rechtsprechung ist § 7 Abs. 3 BUrlG unionsrechtskonform so auszulegen, dass gesetzliche Urlaubsansprüche arbeitsunfähiger Arbeitnehmer nicht erlöschen, wenn der Arbeitnehmer bis zum Ende des Urlaubsjahres und/oder des Übertragungszeitraums arbeitsunfähig ist. Der Anspruch geht jedoch bei fortbestehender Arbeitsunfähigkeit nach Ablauf eines Übertragungszeitraums von 15 Monaten nach dem Ende des Urlaubsjahres unter.
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