Die Sorgfaltspflichten beim Ein- und Aussteigen richten sich In einem verkehrsberuhigten Bereich (Zeichen 325.1 und 2) nach
§ 1 StVO i.V.m. dem Rechtsgedanken des
§ 14 Abs. 1 StVO.
Kommt es beim Aussteigen eines Taxi-Fahrgastes zu einer
Kollision mit einem Fahrzeug, das die zulässige Geschwindigkeit erheblich
überschreitet, tritt die
Betriebsgefahr des vorbeifahrenden Fahrzeugs nicht zurück.
Hierzu führte das Gericht aus:
Der Unfall hat sich hier in einem verkehrsberuhigten Bereich im Sinne von
§ 42 StVO (Zeichen 325.1 u. 2) ereignet. Nach der Rechtsprechung der Kammer kommt hier wie auf Parkplätzen § 1 Abs. 2 StVO zur Anwendung.
Den Aussteigenden trifft aber auch im Rahmen des allgemeinen Rücksichtnahmegebots nach § 1 Abs. 2 StVO die Pflicht, sich vor dem Türöffnen zu vergewissern, dass kein anderer Verkehrsteilnehmer durch das Türöffnen geschädigt wird. Dabei können die strengen Sorgfaltsmaßstäbe, die im fließenden Verkehr gelten, jedenfalls sinngemäß herangezogen werden, sofern sich - wie hier - in einem bestimmten Verkehrsverhalten die besondere Gefährlichkeit gegenüber den übrigen Verkehrsteilnehmern niederschlagen kann. Daher hatte der Erstbeklagte beim Türöffnen hier für die gesamte Dauer des Aussteigevorgangs, der erst mit dem Schließen der Fahrzeugtüre und dem Verlassen der Fahrbahn beendet ist, besondere Vorsicht und Achtsamkeit walten zu lassen.
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