Abflugverspätung wegen Flugangst und ausgestiegenen Passagieren nach Reparatur

Reiserecht

Verlässt ein Flugpassagier wegen Flugangst vor dem Abflug, so kann dies ein außergewöhnlicher Umstand sein, der einer EU-Ausgleichszahlung wegen einer hierdurch entstandenen Abflugverspätung entgegensteht.

Es handelt sich aber nicht um einen außergewöhnlichen Umstand, wenn die Ursache für die Flugangst des Passagiers durch das Luftfahrtunternehmen hervorgerufen wird.

Vorliegend lag ein technischer Defekt vor, für den das Luftfahrtunternehmen einzustehen hat. Die Behebung des Defekts dauerte auch nicht nur ein paar Minuten, sondern mehr als eine Stunde.

Folge des Defekts war, dass sich bei einigen Fluggästen die offensichtlich bereits latent vorhandene Flugangst so stark steigerte, dass sie nicht mehr mitfliegen wollten.

Es handelt sich bei dem Defekt am Flugzeug und dem nachfolgenden Aussteigen der Fluggäste deshalb nicht um völlig voneinander unabhängige Vorkommnisse, die zwingend getrennt voneinander betrachtet werden müssen. Vorliegend war die Reparatur Grund für die Flugangst.

LG Landshut, 25.04.2017 - Az: 12 S 209/17

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