Stallarbeit - Freizeitvergnügen und die private Unfallversicherung

Pferderecht

Reiten Kinder oder Jugendliche auf einem Reiterhof, so gehört regelmäßig auch Stallarbeit dazu. Dass hiermit aber auch Risiken einhergehen wird von vielen Erziehungsberechtigten übersehen und kann erhebliche finanzielle Auswirkungen nach sich ziehen.

Bei einem Unfall tritt nämlich nicht die Berufsgenossenschaft – also die gesetzliche Unfallversicherung - für den Schaden ein. Hier liegt kein Arbeitsunfall vor und nur wenn es sich um einen Arbeitsunfall handeln würde, muss die Berufsgenossenschaft eintreten. Dies wurde bereits gerichtlich entschieden (LSG Schleswig-Holstein, 13.12.2007 - Az: L 1 U 56/06).

Zwar kommt es nicht zwingend darauf an, ob der Verunglückte formell Beschäftigter des Reiterhofs ist - denn auch derjenige, der aus reiner Freundlichkeit hilft, kann als „Wie-Beschäftigter“ unfallversichert sein.

Doch auch wenn es sich bei der unfallursächlichen Tätigkeit (z.B. Strohholen) um eine „ernstliche, wirtschaftlich als Arbeit zu wertende Tätigkeit, die ihrer Art nach im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses verrichtet werden kann und in dem Reitstall auch vom Stallmeister und anderen Mitarbeitern durchgeführt wird“, so reicht dies für die Annahme des Versicherungsschutzes nicht.

Da die Tätigkeit nur „wie“ und nicht „als“ Beschäftigter vorgenommen werden muss, kommt es nicht nur auf den ausdrücklichen, sondern auch auf den mutmaßlichen Willen des Unternehmers an. Der mutmaßliche Wille ist dem allgemeinen Unternehmenszweck und der Interessenlage des Unternehmers zu entnehmen.

Dient die Tätigkeit nicht in erster Linie dem Betrieb des Reiterhofs, so liegt eine fremdwirtschaftliche Handlungstendenz vor. War die Pflege und Versorgung der Pferde aber in erster Linie Bestandteil der Reiterferien, so liegt eine Freizeitgestaltung im eigenen, privaten Interesse vor und der gesetzliche Unfallschutz scheidet aus. Dass die Tätigkeiten (auch) dem Interesse des Hofbetreibers dienen, ist unbeachtlich.

Vor der Aufnahme von Stallarbeit als Freizeitbeschäftigung sollte daher dringend sichergestellt werden, dass ein entsprechender privater Unfallversicherungsschutz besteht.

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