Haftung Reitunfall bei Reitbeteiligung

Pferderecht

Die zentrale Frage im Rahmen einer Reitbeteiligung dürfte sein, ob man gegen den Eigentümer eines Reitpferdes Schadensersatzansprüche geltend machen kann, wenn es z.B. anlässlich eines Ausrittes zum Unfall kommt und der Reiter verletzt wird.

Das OLG Nürnberg hat mit seinem Urteil vom 27.06.2011, Az: 8 U 510/11, entschieden, dass bei einer Reitbeteiligung kein Schadensersatzanspruch gegen den Pferdehalter besteht. Denn die Reitbeteiligung beinhalte einen stillschweigenden vertraglichen Haftungsausschluss.

Im einzelnen wird folgendes gesagt:

“Der Senat führt weiter aus, derartige Reitbeteiligungen ermöglichten es Pferdebegeisterten, die nicht über ausreichende finanzielle Mittel und/oder ausreichende Zeit verfügen, um sich selbst ein Pferd zu halten, dennoch in den Genuss des Umgangs mit einem solchen Tier zu kommen und es nach ihren Vorstellungen zu bewegen, Ausritte vorzunehmen oder in einer Reithalle zu reiten. Dass dadurch auch der Tierhalter entlastet wird, trete insoweit in den Hintergrund. Einem solchen Verhältnis, bei dem das Entgelt nicht von erheblicher Bedeutung und das auf längere Zeit angelegt ist - hier dauerte es bereits drei Jahre an - wohne auch inne, dass die beteiligten Personen davon ausgehen, dass der Tierhalter im Falle von Schäden durch das Tier nicht haften soll. Denn derjenige, der die Reitbeteiligung hat, solle sich, zumindest wenn es sich um eine volljährige Person handelt, wie ein Tierhalter auf Zeit fühlen und das Risiko von Schäden durch das Tier selbst tragen. Dies sei insbesondere dann der Fall, wenn die Parteien auch privat miteinander verkehren und persönlich näher bekannt sind. Es handele sich nicht um eine geschäftlich geprägte Beziehung, vielmehr verbinde die Parteien die Liebe zu den Pferden und das Hobby des Pferdesports. Eine Haftung der Beklagten gemäß § 833 BGB sei daher hier stillschweigend vertraglich ausgeschlossen”

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