Rechtsfragen? Lösen Sie mit unseren Anwälten   Jetzt Anfrage stellen Bereits 408.343 Anfragen

Arbeitsunfall - Haftung bei Fahrgemeinschaften?

Arbeitsrecht Lesezeit: ca. 2 Minuten

Nicht jeder Arbeitnehmer fährt mit dem eigenen Auto - zum einen bilden immer wieder Arbeitnehmer Fahrgemeinschaften, um gemeinsam zur Arbeitsstätte zu gelangen und zum anderen kommt es auch ansonsten aus unterschiedlichsten Gründen immer wieder dazu, dass ein Arbeitskollege mitgenommen wird.

Da in aller Regel bei solchen Fahrten nichts passiert, ist dies eigentlich auch unproblematisch. Doch ganz risikolos ist bekanntlich keine Autofahrt, so dass sich die Frage stellt, was passiert, wenn es doch einmal zu einem Unfall während der Fahrt kommt. Wie stellt sich in einem solchen Fall die Haftungslage dar?

Hier ist zunächst festzustellen, dass es sich um eine Gefälligkeitsfahrt ohne rechtlichen Bindungswillen handelt, wenn ein Arbeitnehmer, der sich krank fühlt, von einem Kollegen mit dessen Kfz nach Hause gebracht wird. Ein gleiches gilt für den Fall, dass ein Arbeitskollege mitgenommen wird, weil dessen Fahrzeug eine Panne hat oder die Mitnahme aus sonstigen Gefälligkeitsgründen erfolgt.

Diese Bewertung gilt mangels gegenteiliger Anhaltspunkte auch bei Fahrgemeinschaften mit Unkostenbeteiligung von und zur Arbeitsstätte.

Bei einem Unfall bestehen daher keine vertraglichen Ansprüche gegen den Fahrer. Ansprüche aus Gefährdungshaftung scheiden aus, weil keine entgeltliche Beförderung i.S. von § 8a StVG vorliegt.

Bei nachgewiesenem Verschulden des Fahrers sieht die Lage indes anders aus. In einem solchen Fall können gegen den Fahrer Ansprüche aus unerlaubter Handlung gemacht werden, weil i.a. kein Haftungsausschluss anzunehmen ist (§§ 823 ff BGB).
Stand: (letzte Änderung: 18.04.2026)

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Trotz sorgfältiger Bearbeitung bleibt eine Haftung ausgeschlossen.

Nein, bei der Mitnahme eines Kollegen im Rahmen einer Fahrgemeinschaft oder aus Gefälligkeitsgründen handelt es sich in der Regel um ein Rechtsgeschäft ohne rechtlichen Bindungswillen. Es bestehen daher keine vertraglichen Ansprüche gegen den Fahrer.
Nein, Ansprüche aus Gefährdungshaftung scheiden aus, da bei privaten Fahrgemeinschaften keine entgeltliche Beförderung im Sinne von § 8a StVG vorliegt.
Ja, bei nachgewiesenem Verschulden des Fahrers können Ansprüche aus unerlaubter Handlung (§§ 823 ff. BGB) geltend gemacht werden, da im Regelfall kein Haftungsausschluss vorliegt.
Alexandra Klimatos (Rechtsanwältin, Absolventin der Fachanwaltslehrgänge: Familienrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht)Dr. jur. Rochus Schmitz (Rechtsanwalt)Martin Becker (Rechtsanwalt und Mediator, Fachanwalt für Arbeitsrecht)

Wir lösen Ihr Rechtsproblem!

AnwaltOnline – bekannt aus Donaukurier 

Sie erhalten eine echte Erstberatung zum Festpreis statt unverbindlicher Ersteinschätzung.

Das sagen Mandanten über unsere Rechtsberatung

Durchschnitt (4,85 von 5,00 - 1.262 Bewertungen)

Danke
Verifizierter Mandant
Sehr schnelle und kompetente Antworten. Vielen Dank. Ich kann Sie nur empfehlen. Weiter so und viel Erfolg. Danke für Ihre Unterstützung und ...
Verifizierter Mandant