Haftung des Arbeitgebers bei Dienstreisen - Auslandsreisen / Auslandsentsendung

Arbeitsrecht

Zusammenfassend gelten zwei Pfeiler bei Auslandsreisen:

1. Verletzt der Arbeitgeber schuldhaft seine Fürsorgepflichten, so ist er dem Arbeitnehmer zum Schadensersatz verpflichtet.

2. Im Krankheitsfall muss der Arbeitgeber die Kosten tragen, die von der Berufsgenossenschaft nicht übernommen werden.

Betroffene Arbeitnehmer sollten im Zweifel rechtlichen Beistand suchen. Unsere erfahrenen Anwälte prüfen einen etwaigen Haftungsanspruch jederzeit gerne für Sie – ganz gleich ob Sie als Arbeitgeber ihren etwaigen Haftungseintritt prüfen lassen wollen oder als Arbeitnehmer prüfen lassen wollen, ob ihr Arbeitgeber für den Schaden haftbar gemacht werden kann.

Arbeitgeber ist grundsätzlich in der Haftung

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber bei Erkrankungen von Mitarbeitern auf Auslandsreisen in der Haftung. Dies folgt aus § 17 SGB V - Leistungen bei Beschäftigung im Ausland:

"(1) Mitglieder, die im Ausland beschäftigt sind und während dieser Beschäftigung erkranken, erhalten die ihnen nach diesem Kapitel zustehenden Leistungen von ihrem Arbeitgeber. Satz 1 gilt entsprechend für die nach § 10 versicherten Familienangehörigen, soweit sie das Mitglied für die Zeit dieser Beschäftigung begleiten oder besuchen.

(2) Die Krankenkasse hat dem Arbeitgeber die ihm nach Absatz 1 entstandenen Kosten bis zu der Höhe zu erstatten, in der sie ihr im Inland entstanden wären."

Hierbei muss der Arbeitgeber westlichen Standard bei der medizinischen Versorgung gewährleisten. Das Problem: Die gesetzliche Krankenkasse reicht oft nicht aus, da dort regelmäßig eine Privatrechnung ausgestellt wird. Wird der Rücktransport des Arbeitnehmers im Krankheitsfall erforderlich, so zahlt diese Kosten die gesetzliche Krankenversicherung grundsätzlich nicht. Gleiches gilt für die Überführung eines im Ausland Verstorbenen. Für all diese Kosten haftet daher der Arbeitgeber. Die Haftung erstreckt sich auch auf mitreisende Familienangehörige - selbst dann wenn der Arbeitgeber von den mitreisenden Angehörigen keine Kenntnis hatte! Vorerkrankungen sind auch abzusichern. Eine Dienstreisekrankenversicherung sollte daher für den Arbeitgeber selbstverständlich sein, da normale Reisekrankenversicherungen nur unzureichenden Schutz bieten.

Letztendlich sind während dieser Zeit die Verantwortung und Aufgaben der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung also auf den Arbeitgeber übertragen.

Weitere Aufgaben des Arbeitgebers

Gemäß §§ 241 Abs. 2 und 618 BGB hat der Arbeitgeber die Risiken einer Geschäftsreise seines Arbeitnehmers abzusichern. Hierbei obliegt dem Arbeitgeber eine besondere Gefährdungshaftung aufgrund seiner arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht. Eine Schadensersatzpflicht kann sich bereits aus mangelnder Information und Aufklärung über die jeweiligen Arbeits- und Lebensumstände im Ausland ergeben. Ist die Diebstahlskriminalität im Zielland erhöht, so kommt auch eine Haftung des Arbeitgebers für die Vermögensinteressen des Arbeitnehmers in Betracht (z.B. Erforderlichkeit einer Reisegepäckversicherung etc.).

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Letzte Aktualisierung: 09.01.2019

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