Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Juli 2003

Arbeitsrecht

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im Juli saisonüblich zugenommen. Saisonbereinigt erhöhte sich die Arbeitslosigkeit nur leicht, nachdem sie in den beiden Monaten zuvor nennenswert gesunken, aber im ersten Quartal stark gestiegen war. Die Erwerbstätigkeit hat sich auch im Mai ungünstig entwickelt. Sie stieg allein aus jahreszeitlichen Gründen, saisonbereinigt ist sie weiter merklich gesunken, wenngleich nicht mehr so stark wie im ersten Quartal. Vor allem dies spiegelt wider, dass die gesamtwirtschaftliche Schwäche den Arbeitsmarkt nach wie vor belastet. „Die vergleichsweise günstige Entwicklung der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl beruht weiterhin auf verstärkten Bemühungen zur Aktivierung von Arbeitslosen und den Reformgesetzen am Arbeitsmarkt“, erklärte Florian Gerster, Vorstandsvorsitzender der Bundesanstalt für Arbeit (BA).

Arbeitslosenzahl im Juli 2003: +94.500 auf 4.352.000

Arbeitslosenquote im Juli 2003: +0,2 Prozentpunkte auf 10,4 Prozent

„Die Arbeitslosigkeit hat im Juli bundesweit um 94.500 auf 4.352.000 zugenommen, und zwar in Westdeutschland um 71.400 auf 2.734.500, in Ostdeutschland um 23.100 auf 1.617.500“, sagte Finanzvorstand Frank-J. Weise. Gegenüber Juli 2002 war die Zahl der Arbeitslosen um 305.000 größer (Westen: +252.500/ Osten: +52.500). Die Arbeitslosenquote betrug zuletzt 10,4 Prozent (Westen: 8,3 Prozent/ Osten: 18,5 Prozent).

Saisonbereinigt hat sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Juni bundesweit um 7.000 erhöht (Westen: +8.000/ Osten: -1.000), nach durchschnittlich -24.000 in den beiden Monaten zuvor, aber +57.000 im ersten Jahresdrittel. Die saisonbereinigte Quote für Deutschland betrug 10,6 Prozent. Die EU-standardisierte saisonbereinigte Erwerbslosenquote bezifferte sich auf 9,4 Prozent.

Die Zugänge in Arbeitslosigkeit von zuvor erwerbstätigen Personen waren auch im Juli stärker als vor einem Jahr (ohne betriebliche/außerbetriebliche Ausbildung: +52.900 auf 365.200). Besonders die Zahl der Meldungen nach betrieblicher oder außerbetrieblicher Ausbildung war größer (+22.600 auf 62.400), dies dürfte auch mit dem in diesem Jahr überwiegend späten Ende des Ausbildungsjahres zusammenhängen. Zugleich gab es aber auch mehr Abgänge aus Arbeitslosigkeit in Arbeit (+23.000 auf 280.000). Maßgebend dafür waren nach wie vor mehr Existenzgründungen, selbstgesuchte Arbeit und Rückrufe. Vor allem aber haben sich die Abgänge in Nichterwerbstätigkeit weiter stark erhöht (+56.200 auf 329.100).

Nach neuesten Berechnungen des statistischen Bundesamtes ist die Zahl der in Deutschland Erwerbstätigen im Mai 2003 - dies sind die aktuellsten Zahlen - um 67.000 auf 38,10 Millionen gestiegen; im Vergleich zum Vorjahr waren dies 660.000 Erwerbstätige weniger. Saisonbereinigt nahm die Beschäftigung gegenüber dem Vormonat um 34.000 ab, nach -38.000 im April, aber noch -66.000 im Durchschnitt des ersten Quartals.

Der Ausbildungsstellenmarkt ist - nach Daten der Bundesanstalt für Arbeit - weiterhin wesentlich schlechter als vor einem Jahr. Von Oktober 2002 bis Juli 2003 sind den Arbeitsämtern insgesamt 483.400 Ausbildungsplätze gemeldet worden, 48.600 weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig haben 670.200 Bewerber die Berufsberatung wegen der Vermittlung einer Ausbildungsstelle eingeschaltet, dies sind inzwischen 4.600 mehr als vor einem Jahr. Ende Juli waren 83.500 Ausbildungsstellen noch unbesetzt, 12.800 weniger als ein Jahr zuvor. Als noch nicht vermittelt zählten 231.200 Bewerber, dies sind 22.300 mehr. Somit ist die rechnerische Differenz zwischen unbesetzten Lehrstellen und unversorgten Bewerbern mit -147.700 erheblich größer als vor einem Jahr (-112.700). Auch wenn Aktionen zur Gewinnung von Ausbildungsplätzen sowie Sonderprogramme des Bundes und der Länder ähnlich wie im Vorjahr wirken, ist bis Ende September 2003 - bei etwa gleicher Zahl von Bewerbern - mit 50.000 bis 60.000 weniger gemeldeten Lehrstellen zu rechnen als im letzten Jahr. Ob es am Ende des Berufsberatungsjahres unvermittelte Bewerber in ähnlicher Größenordnung geben wird, hängt unter anderem davon ab, wie viele Jugendliche sich für Alternativen zur dualen Ausbildung entschieden haben, also besonders für schulische Ausbildungen, berufsvorbereitende Maßnahmen oder Zwischenbeschäftigungen.

Quelle: PM BfA

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