Unfall im Ausland und die Schadensregulierung

Reiserecht

Grundsätzlich sollte man sich bei einem Auslandsunfall ebenso wie im Inland verhalten: Unfallstelle sichern und ggf. Erste Hilfe leisten. Erscheint der Sachschaden hoch oder sind Personen zu Schaden gekommen, sollte die Polizei gerufen werden. In Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn ist die Polizei auch bei einem Bagatellschaden zu rufen, da das polizeiliche Protokoll Basis der Schadensregulierung ist.
Anschließend sind der Unfallhergang und die relevanten Daten (Adresse, Kennzeichen, Versicherungsdaten) zu dokumentieren - ggf. sollten auch Fotos erstellt werden und ein internationaler Unfallbericht ausgefüllt werden.

Der betroffene deutsche Autofahrer kann seinen im Ausland erlittenen Schaden zunächst in Deutschland verfolgen. Er kann auch auf die Hilfe des Zentralrufs der Autoversicherer als neue zentrale Auskunftsstelle und die Verkehrsopferhilfe e.V. als neue gesetzliche Entschädigungsstelle zurückgreifen. Damit können Unfälle und Schäden im ganzen Gebiet der EU künftig einfacher abgewickelt werden.

Das Gesetz regelt vier Schwerpunkte:

1. Jeder Mitgliedsstaat der EU hat eine zentrale Auskunftsstelle, die alle Daten und Informationen zur Verfügung stellt, die ein Betroffener zur Regulierung seiner Ansprüche aus dem Verkehrsunfall braucht. Wenn z.B. ein deutscher Geschädigter nur das ausländische Kennzeichen des Fahrzeugs des Unfallgegners kennt, sagt ihm die deutsche Auskunftsstelle, wer der konkrete Versicherer und dessen Beauftragter für Schadenregulierung ist.

2. Jede Versicherung hat einen zuständigen Schadenregulierungsbeauftragten in jedem Mitgliedstaat der Europäischen Union, an den sich Betroffene ohne Sprachbarrieren wenden können.

3. Die Versicherungen müssen Schäden aus Verkehrsunfällen unverzüglich, spätestens aber innerhalb einer Frist von drei Monaten, regulieren. Gelingt das nicht, müssen sie das dem Geschädigten gegenüber mit Gründen schriftlich mitteilen.

4. Nach Ablauf der Frist reguliert eine Entschädigungsstelle den Schaden und rechnet mit der zuständigen ausländischen Versicherung ab.

Auch bei Unfallschäden in Liechtenstein, Island und Norwegen kann eine Schadensregulierung in Deutschland erfolgen. Bei Personenschäden kann jedoch eine Regulierung sofort vor Ort zu empfehlen sein.

Kam es außerhalb der genannten Länder zu einem Verkehrsunfall, so ist der Schaden direkt beim ausländischen Haftpflichtversicherer anzumelden. In solchen Fällen ist das Hinzuziehen eines Anwalts vor Ort anzuraten.

Letzte Aktualisierung: 01.07.2018

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