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Grundsätzliches zur Unterbringung

Betreuungsrecht Lesezeit: ca. 2 Minuten

Um einen Betreuten in einer offen geführten Einrichtung unterbringen zu können, muss dem Betreuer der Aufgabenkreis Aufenthaltsbestimmung übertragen sein. Weitere Voraussetzungen müssen nicht erfüllt sein. Anders ist es, wenn die Unterbringung in einer geschlossenen Einrichtung, meist also einem Heim, oder in der geschlossenen Abteilung einer ansonsten offenen Einrichtung erfolgen soll.

Hierzu benötigt der Betreuer die Genehmigung des Betreuungsgerichts (§ 1906 BGB). Von einer geschlossenen Einrichtung ist auszugehen, wenn die körperliche Bewegungsfreiheit des Betreuten weitgehend beseitigt ist.

Dies ist immer dann der Fall, wenn die Zimmertür des Betroffenen und/oder die Eingangstür zur Abteilung der Einrichtung verschlossen ist und der Betroffenen sein Zimmer oder die Abteilung nicht nach eigenem Wunsch verlassen kann.

Maßnahmen, welche die körperliche Bewegungsfreiheit des Betreuten nicht völlig aufheben sondern nur einschränken, sind gleichfalls genehmigungspflichtig, jedoch ist das Genehmigungsverfahren einfacher ausgestaltet (§ 1906 Abs. 4 BGB). Die Grenzziehung zwischen die Freiheit entziehenden und lediglich einschränkenden Maßnahmen ist mitunter schwierig.

Die Unterbringung muss zum Wohl des Betreuten erforderlich sein. Sie ist sozusagen das letzte Mittel, wenn ambulante Hilfen und die Betreuung in einer offen geführten Einrichtung nicht mehr ausreichen.

Dass die gesetzlichen Voraussetzungen bei einer Freiheitsentziehung genau beachtet werden, ist vor allem auch deshalb wichtig, weil eine nicht rechtmäßige Freiheitsentziehung als Freiheitsberaubung bestraft werden kann.
Stand: (letzte Änderung: 20.04.2026)

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Trotz sorgfältiger Bearbeitung bleibt eine Haftung ausgeschlossen.

Eine gerichtliche Genehmigung nach § 1906 BGB ist zwingend erforderlich, wenn der Betreute in einer geschlossenen Einrichtung oder einer geschlossenen Abteilung untergebracht werden soll.
Von einer geschlossenen Einrichtung ist auszugehen, wenn die körperliche Bewegungsfreiheit des Betreuten weitgehend beseitigt ist. Dies ist der Fall, wenn Türen verschlossen sind und der Betroffene die Einrichtung oder sein Zimmer nicht nach eigenem Wunsch verlassen kann.
Ja, Maßnahmen, welche die körperliche Bewegungsfreiheit lediglich einschränken, anstatt sie völlig aufzuheben, sind gemäß § 1906 Abs. 4 BGB ebenfalls genehmigungspflichtig, unterliegen jedoch einem vereinfachten Genehmigungsverfahren.
Die Unterbringung muss zum Wohl des Betreuten erforderlich sein. Sie stellt das letzte Mittel dar, sofern ambulante Hilfen oder eine Unterbringung in einer offen geführten Einrichtung nicht mehr ausreichen.
Martin Becker (Rechtsanwalt und Mediator, Fachanwalt für Arbeitsrecht)Dr. jur. Rochus Schmitz (Rechtsanwalt)Patrizia Klein (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht)

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Dr. Peter Leithoff , Mainz