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Die Scheidungssache Becker gegen Becker. Was ist daran so interessant?
Selten stand ein Scheidungsverfahren so sehr im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses wie das zwischen dem Tennisstar Boris Becker und seiner Ehefrau Barbara. Das ergibt sich natürlich aus der Prominenz der Beteiligten und dem Umstand, dass ihre Ehe lange Zeit, offenbar nicht ganz zu Recht, als besonders glücklich und mustergültig dargestellt wurde. Hinzu kommen aber auch die besonderen rechtlichen Begleitumstände, unter denen die Scheidung sich abspielt. Boris Becker hat seinen Scheidungsantrag in München gestellt, während Barbara Becker, die neben der deutschen die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, in Florida geschieden werden möchte. Das oder die Verfahren ist/sind daher auch – wie ein Tagesschausprecher es ausgedrückt hat – ein juristisches Lehrstück für die Rechtsprobleme, die beim Zerbrechen einer gemischt- nationalen Ehe entstehen können und zwar ohne Rücksicht darauf, ob die Beteiligten – Ehegatten und Kinder – prominent sind oder nicht.

Im folgenden soll versucht werden, auf einige Punkte, die für das Verständnis der familienrechtlichen Situation wichtig sind, näher einzugehen. (Dabei wird nur der Fall der Ehe eines/einer Deutschen mit einer/einem AusländerIn behandelt, nicht aber der rechtlich noch schwierigere Fall der Ehe zwischen zwei Ausländern. )