Hufschmiedvertrag - Welche Rechte und Pflichten gibt es?

Pferderecht

Ein Pferd muss regelmäßig zum Hufschmied. Hierbei wird ein Werkvertrag mit dem Hufschmied geschlossen – auch wenn in aller Regel nicht wirklich ein Vertrag unterschrieben wird. Der Hufschmied muss also den gewünschten Beschlag vornehmen bzw. eine korrekte Hufpflege durchführen. Hierbei ist die im Verkehr erforderliche Sorgfalt einzuhalten.

Wer sich absichern möchte, der sollte einen schriftlichen Vertrag mit dem Hufschmied abschließen. Dies ist insbesondere bei einem Spezialbeschlag oder für die Durchführung von besonderen Leistungen zu empfehlen. Kommt es später zu Schwierigkeiten, sind die Vereinbarungen im Vertrag maßgeblich und diese sind einfach leichter zu beweisen, wenn sie schriftlich vorliegen.

Ist der Hufschmied seiner Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Durchführung der Hufbearbeitung nachgekommen, muss der Auftraggeber die vereinbarte Vergütung („Werklohn“) zahlen.

Wenn es zu Mängeln oder Schäden kommt

Sollte es zu Mängeln gekommen sein, so hat der Auftraggeber die regulären Sachmängelhaftungsansprüche zur Verfügung. Dies sind Nacherfüllung, Minderung, Rücktritt oder Schadenersatz.

Zunächst ist dem Hufschmied Gelegenheit zur Nacherfüllung zu geben, so dass er seine Arbeit nachbessern oder neu vornehmen kann. Wird diese Gelegenheit nicht gewährt, so kann der Auftraggeber seine Gewährleistungsansprüche komplett verlieren. Nur für den Fall, dass eine Nacherfüllung unzumutbar ist, z.B. weil kein Vertrauen in die fachliche Kompetenz des Hufschmieds mehr vorhanden ist, darf dem Schmied die Nacherfüllung versagt werden.

Will der Auftraggeber Ansprüche gegen den Hufschmied geltend machen, so ist er in der Beweislast. Dies bedeutet, der Auftraggeber muss nachweisen, dass ein bestimmter Schaden wie z.B. eine Huferkrankung oder Lahmheit aufgrund der mangelhaften Leistung des Schmieds entstanden ist.

Kommt es unmittelbar nach dem Beschlag zu Problemen (z.B. Lahmheit), so ist der Nachweis einer Pflichtverletzung vermutlich erbracht. Auch aus diesem Grund sollte direkt nach dem erfolgten Hufbeschlag das Pferd zur Kontrolle geführt werden. So werden mögliche Beeinträchtigungen offenkundig.

Sofern es erst später – beispielsweise am nächsten Tag – zu Problemen kommt, muss der Auftraggeber beweisen, dass das Problem sich auf eine Pflichtverletzung des Hufschmiedes zurückführen lässt.

Ein Schaden, der auf einem fehlerhaften Hufbeschlag aber auch auf einen fehlenden Hinweis durch den Hufschmied beruht, ist vom Schmied zu ersetzen. Dies betrifft nicht nur einen neuen Beschlag sondern auch ggf. angefallene Kosten für tierärztliche Behandlungen, Röntgenaufnahmen und Medikamente.

Letzte Aktualisierung: 06.11.2019

Wir lösen Ihr Rechtsproblem! AnwaltOnline - empfohlen vom mdr Jump

Fragen kostet nichts: Sie erhalten ein unverbindliches Angebot für eine Rechtsberatung.
  Kostenloses Angebot    vertraulich    schnell: Beratung in wenigen Stunden

Unsere Rechtsberatung - von Ihnen bewertet

Durchschnitt (4,80 von 5,00) - Bereits 131.069 Beratungsanfragen

Am Anfang war ich etwas skeptisch, da ich diese Art und Weise mich rechtlich online zu informieren noch nie ausprobiert und bis jetzt nichts davon ...

Asadah Shojai, Marburg

Zum 2. mal sehr kompetent beraten worden.

Verifizierter Mandant