Münster: Ab 1. April neuer Mietspiegel für 70 000 Wohnungen

Mietrecht

Erstmals auch Aussagen für vermietete Einfamilien- und Reihenhäuser

Münster (SMS) Ab 1. April gilt in Münster für rund 70 000 Wohnungen ein neuer Mietspiegel. Das Wohnungsamt der Stadt und die Interessenvertretungen von Vermietern und Mietern und Vertreter der Wohnungswirtschaft haben sich auf das Zahlenwerk im "Arbeitskreis Mietspiegel" einstimmig geeinigt. Als gedruckte Broschüre gibt es den Mietspiegel unter anderem in der Münster-Information im Stadthaus 1 und bei Mieter- und Vermieter-Vereinen (32 Seiten, 3 Euro).

Der Mietspiegel gibt Auskunft über die durchschnittliche ortsübliche Vergleichsmiete. Er gilt für nicht preisgebundene Wohnungen von 20 bis 145 qm und erstmals auch für vermietete Einfamilien- und Reihenhäuser. Sie werden nach den fünf Kriterien Größe und Alter, Lage, Ausstattung und Beschaffenheit bewertet. Bei der Berechnung wird jeweils zunächst aus Größe und Baualtersklasse eine Basismiete kalkuliert; auf diese gibt es je nach Lage, Ausstattung und Beschaffenheit der Wohnung noch Zu- oder Abschläge.

Gemessen am Mietspiegel 2003 hält sich die Bewegung bei den Mietpreisen einigermaßen in Grenzen. Vergleicht man zum Beispiel die Basismiete für eine kleine Wohnung (25-35 qm) aus der Baualtersklasse bis 1959, ergibt sich im Durchschnitt nur eine geringe Steigerung. Nimmt man eine größere Wohnung (55-120 qm), kommt man für diese Baualtersklasse auf eine durchschnittliche Mietsteigerung von 2 Prozent. Anders ist das Bild bei großen Familienwohnungen (125-145 qm): Hier liegt die Vergleichsmiete bis zu 4,5 Prozent höher als vor zwei Jahren.

Vergleiche mit den Zahlen aus dem Mietspiegel 2003 sind allerdings nur eingeschränkt möglich. So sind Zuschläge für Modernisierungen nicht mehr vorgesehen. Bei der Auswertung der Daten für den neuen Mietspiegel zeigte sich, dass sich die Wohnungen - gerade auch die älteren Baualtersklassen - mittlerweile in einem modernisierten Zustand befinden. Genügt eine Wohnung nicht heutigem Standard, führt das etwa bei der Ausstattung zum Abschlag. Auch der Balkon fällt beim Mietpreis nicht mehr als eigenes Ausstattungsmerkmal mit definiertem Aufschlag ins Gewicht - im Gegensatz zu Terrasse und Wintergarten. Erstmals nennt der Mietspiegel auch den Aufzug als eigenes Ausstattungsmerkmal, das sich auf den Mietpreis auswirken kann.

Die Datengrundlage für den Mietspiegel lieferte eine repräsentative Mieterbefragung des Amtes für Stadt- und Regionalentwicklung, Statistik. Mehr als 3800 Mieter hatten sich im Frühjahr 2004 an der Erhebung beteiligt und den umfangreichen Fragebogen mit vielen detaillierten Angaben zurückgeschickt. Die gesamte Arbeit am neuen Mietspiegel hat das EMA-Institut für Marktanalysen (Sinzig) wissenschaftlich begleitet.

Der Mietspiegel liegt im Interesse von Mietern und Vermietern. Er schafft Klarheit und hilft Konflikte vermeiden. Beim Abschluss von Mietverträgen ist er eine wichtige Orientierungshilfe. Bei bestehenden Verträgen können Vermieter das Verlangen nach einer Mieterhöhung mit der darin genannten ortsüblichen Vergleichsmiete begründen. In Münster sind die Kriterien des so genannten "qualifizierten" Mietspiegels erfüllt. Kommt es doch mal zum Rechtsstreit um die Miethöhe, haben die Angaben des Mietspiegels im Gerichtsverfahren die Vermutung der Richtigkeit für sich.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Münster

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