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Corona-Pandemie: keine Anordnung der aufschiebenden Wirkung ohne Hauptsacherechtsbehelf

Corona-Virus Lesezeit: ca. 3 Minuten

Die Beschwerde, mit der sich die Antragstellerin gegen die Ablehnung des Antrags auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung ihrer Klage gegen die Allgemeinverfügung des Antragsgegners vom 2. Dezember 2020 wendet, bleibt ohne Erfolg. Der Beschluss des Verwaltungsgerichts vom 18. Dezember 2020 ist im Ergebnis richtig.

Mangels Einlegung der Anfechtungsklage als Hauptsacherechtsbehelf ist der Antrag jedoch unzulässig.

Vorläufiger Rechtsschutz nach § 80 Abs. 5 VwGO auf Anordnung oder Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung eines Widerspruchs oder einer Klage setzt denklogisch die Einlegung des Hauptsacherechtsbehelfs voraus. Dieses Ergebnis bestätigt anschaulich die Überlegung, dass ohne eine Erhebung der Anfechtungsklage das Rechtsschutzziel der Antragstellerin, die Beendigung der Quarantäne, nicht erreichbar ist. Der Suspensiveffekt kann erst mit Einlegung des Rechtsmittels eintreten. Faktisch ist damit zwar eine Verkürzung der Rechtsmittelfrist verbunden. Dies liegt jedoch bereits in der Natur der Sache, da eine Anfechtungsklage nur solange zulässig erhoben werden kann, als die Quarantänemaßnahme andauert. Dem steht auch § 80 Abs. 5 Satz 2 VwGO nicht entgegen. Die Regelung betrifft nur die Zeitspanne zwischen Widerspruchsbescheid und Klageerhebung.

Eine Konstellation, in der dennoch aus Gründen effektiven Rechtsschutzes Eilrechtsschutz bereits vor Einlegung des Hauptsacherechtsbehelfs als zulässig anzusehen sein könnte, ist vorliegend nicht ersichtlich. Insbesondere wird den grundgesetzlichen Anforderungen an einen effektiven Rechtsschutz auch insoweit genüge getan, als Änderungen der tatsächlichen oder rechtlichen Umstände aufgrund § 80 Abs. 7 VwGO hinreichend Rechnung getragen werden kann.

Die Antragstellerin wurde zudem auf die Möglichkeit der Unzulässigkeit ihres Eilantrages durch die Stellungnahme des Antragsgegners vom 17. Dezember 2020 hingewiesen.


VGH Bayern, 23.12.2020 - Az: 20 CS 20.3059


Hinweis: Urteile geben die Rechtsauffassung des Gerichts zum Entscheidungsdatum wieder und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen.

Dr. jur. Rochus Schmitz (Rechtsanwalt)Dr. jur. Jens-Peter Voß (Rechtsanwalt)Patrizia Klein (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht)

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