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Arbeitgeber schuldet Dankesformel im Zeugnis bei überdurchschnittlicher Leistung

Arbeitsrecht Lesezeit: ca. 4 Minuten

Bei überdurchschnittlicher Leistungs- und Verhaltensbeurteilung hat der Arbeitnehmer einen einklagbaren Anspruch auf Aufnahme einer Dankes- und Wunschformel im Endzeugnis. Das Weglassen dieser Schlussformel stellt eine unzulässige Abwertung dar und verstößt gegen das aus § 109 Abs. 2 Satz 2 GewO folgende Wohlwollensgebot.

Der Arbeitgeber ist gemäß § 109 GewO verpflichtet, dem Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ein Zeugnis zu erteilen. Dieses muss von verständigem Wohlwollen getragen sein und darf das weitere Fortkommen des Arbeitnehmers nicht ungerechtfertigt erschweren (vgl. BAG, 21.06.2005 - Az: 9 AZR 352/04; BAG, 10.05.2005 - Az: 9 AZR 261/04). Das Wohlwollensgebot ergibt sich aus dem Gesetzeszweck, wonach das Zeugnis - im Rahmen der Zeugniswahrheitspflicht - dem Interesse des Arbeitnehmers an seinem beruflichen Fortkommen Rechnung tragen soll.

Bei der Beurteilung eines Arbeitszeugnisses ist die Sicht des Zeugnislesers maßgebend, nicht die Vorstellungen des Zeugnisverfassers. Das Verständnis ist geprägt von den Gebräuchlichkeiten des jeweiligen Rechtskreises. Im Arbeitsleben hat sich eine eigene Kultur standardisierter Gestaltungsformen entwickelt, einschließlich einer besonderen Semantik der Zeugnissprache (vgl. BAG, 21.06.2005 - Az: 9 AZR 352/04). Ein Zeugnis darf nichts auslassen, was der Leser eines Zeugnisses erwarten darf.

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LAG Düsseldorf, 03.11.2010 - Az: 12 Sa 974/10

ECLI:DE:LAGD:2010:1103.12SA974.10.00


Hinweis: Urteile geben die Rechtsauffassung des Gerichts zum Entscheidungsdatum wieder und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen.

Patrizia Klein (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht)Hont Péter Hetényi (Rechtsanwalt, Fachanwalt für Strafrecht)Alexandra Klimatos (Rechtsanwältin, Absolventin der Fachanwaltslehrgänge: Familienrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht)

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