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Nachlässigkeit schützt vor Fahrverbot

Verkehrsrecht Lesezeit: ca. 1 Minute

Eine erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitung führt nicht in jedem Falle zum Verlust des Führerscheins. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen um mehr als 30 km/h ist ausnahmsweise auf die Anordnung eines Fahrverbotes zu verzichten, wenn der Fahrer ein leicht zu übersehendes Verkehrszeichen aus Nachlässigkeit nicht beachtet hat. 

Der Bundesgerichtshof machte deutlich, daß mansich nur in Ausnahmefällen auf das Übersehen von Verkehrszeichen berufen kann. Wird einSchild mehrmals wiederholt oder liegt aufgrund der Situation eine Geschwindigkeitsbegrenzung nahe - z.B. bei Autobahn-Baustellen -, dann kann trotz gegenteiliger Behauptungen des Fahrers von einem groben Pflichtverstoß ausgegangen werden. Ähnliches gilt, wenn absolute Höchstgeschwindigkeiten - innerorts 50, außerorts 100 Stundenkilometer - überschritten werden.


BGH, 11.09.1997 - Az: 4 StR 638/96


Hinweis: Urteile geben die Rechtsauffassung des Gerichts zum Entscheidungsdatum wieder und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen.

Dr. jur. Jens-Peter Voß (Rechtsanwalt)Alexandra Klimatos (Rechtsanwältin, Absolventin der Fachanwaltslehrgänge: Familienrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht)Theresia Donath (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Verkehrsrecht)

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