Einstellvertrag und die Futterqualität

Pferderecht

Im Rahmen eines Einstellvertrages wird – sofern nicht ein anderes vereinbart wurde – Futter durchschnittlicher Qualität geschuldet. Was dies genau bedeutet, kann pauschal leider nicht definiert werden, so dass im Streitfall oftmals ein Sachverständiger die Futterqualität beurteilen muss. Es kann hierzu unter Hinzuziehung eines Zeugen eine Probe des aktuellen Futters genommen und untersucht werden.

Da dies mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden ist, ist es ratsam, zunächst auf dem Gesprächswege eine Lösung zu suchen und erst dann weitere Maßnahmen in Betracht zu ziehen.

Sollte der Einsteller sich seiner Sache sicher sein, kommt die Möglichkeit der Minderung des Pensionspreises in Betracht. Hierzu ist eine vorherige fruchtlose Aufforderung an den Betreiber erforderlich, seinen Pflichten aus dem Einstellvertrag nachzukommen. Hierzu ist eine angemessene Frist zu setzen – i.d.R. sollte eine Frist von ein bis zwei Wochen angemessen sein um die Futterqualität anzupassen. Wird dem nicht nachgekommen, kann der Einsteller im Rahmen einer Ersatzvornahme angemessenes Futter kaufen und die resultierenden Kosten vom Pensionspreis abziehen.

Wenn das Futter krankmacht

Führt das Futter zu einer Erkrankung des Pferdes, etwa weil staubiges oder schimmliges Futter gegeben wurde, so haftet der Stallbetreiber für die entstandenen Kosten, wenn der Stallbetreiber die Qualitätsmängel erkannt haben könnte oder das Futter nicht sorgfältig genug geprüft hat.

Wird das Tierfutter selber produziert besteht sogar eine verschuldensunabhängige Haftung – es gilt das Produkthaftungsgesetz.

Sonderwünsche?

Soll ein Pferd jedoch lediglich bestimmtes Futter bekommen, so sollten derartige Sonderwünsche im Einstellvertrag ausdrücklich vereinbart werden. Dies vermeidet nicht nur Unklarheiten, es stellt sicher, dass der Einsteller seine entsprechenden Ansprüche auch durchsetzen kann. Denn ohne den Nachweis einer entsprechenden Vereinbarung sind die Möglichkeiten des Einstellers, auf die Futterqualität weitergehend Einfluss zu nehmen, beschränkt.

Letzte Aktualisierung: 20.08.2019

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