Kann ein Attest ab dem ersten Krankheitstag gefordert werden?

Arbeitsrecht

Im zu entscheidenden Fall hatte sich eine Arbeitnehmerin krank gemeldet - und zwar für den Tag, für den sie vorher vergeblich eine Dienstreise beantragt hatte. Der Arbeitgeber forderte daraufhin, künftig am ersten Tag der Krankmeldung ein ärztliches Attest einzuholen und vorzulegen. Die Betroffene fand dies sachlich ungerechtfertigt - scheiterte aber vor Gericht.

Das Entgeltfortzahlungsgesetz sieht vor, dass bei einer arbeitsunfähigen Erkrankung spätestens nach drei Kalendertagen eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber vorgelegt werden muss. Der Arbeitgeber kann aber die Vorlage gem. § 5 Abs. 1 Satz 3 EFZG schon früher verlangen, dies setzt nach Ansicht des Gerichts nicht voraus, dass eine Begründung hierfür erforderlich ist oder eine Überprüfung der Aufforderung auf "billiges Ermessen" erfolgen muss.

Hinweis: Aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung wurde die Revision zum BAG zugelassen (dortiges Az: 5 AZR 886/11).

LAG Köln, 14.09.2011 - Az: 3 Sa 597/11

ECLI:DE:LAGK:2011:0914.3SA597.11.00

Wir lösen Ihr Rechtsproblem! AnwaltOnline - empfohlen vom mdr

Fragen kostet nichts: Sie erhalten ein unverbindliches Angebot für eine Rechtsberatung.
  Kostenlose Anfrage    vertraulich    schnell: Beratung in wenigen Stunden

Unsere Rechtsberatung - von Ihnen bewertet

Durchschnitt (4,79 von 5,00) - Bereits 97.821 Beratungsanfragen

Die Abwicklung ging schnell und unkompliziert über die Bühne. Meine Frage wurde umgehend beantwortet und dadurch ware keine Rückfrage mehr notwendig.

Bettina Kühn, Rockenberg

Ich möchte mich bei Frau Patrizia Klein für die rasche Antwort bedanken.

Giuseppe Ravi Pinto, Schweiz