| Aufteilung von Prozeßkosten unter Miteigentümern |
| a) § 47 WEG regelt
nur die Erstattungspflicht im Prozessrechtsverhältnis der beteiligten
Parteien, nicht die Kostenverteilung im Innenverhältnis der Eigentümergemeinschaft.
Die Kosten eines Verfahrens nach § 43 WEG dürfen allerdings nur
auf diejenigen Wohnungseigentümer umgelegt werden, die sie gemäß
§ 47 WEG zu tragen haben.
b) § 16 Abs. 5 WEG nimmt Rechtsverfolgungskosten, die aus Binnenstreitigkeiten zwischen den Wohnungseigentümern entstanden sind, von den nach § 16 Abs. 2 WEG umzulegenden Kosten der Verwaltung aus. Die Norm soll verhindern, dass Konflikte innerhalb der Eigentümergemeinschaft auf Kosten aller Wohnungseigentümer ausgetragen werden. c) Das hat aber nicht zur Folge, dass solche Rechtsverfolgungskosten unter den kostenpflichtigen Wohnungseigentümern gemäß § 426 Abs. 1 Satz 1 BGB nach Kopfteilen aufzuteilen wären. Vielmehr sind sie nach dem in § 16 Abs. 2 WEG zum Ausdruck gekommenen natürlichen Maßstab für den Ausgleich unter Wohnungseigentümern, also nach Miteigentumsanteilen, umzulegen. Dieser Übernahme des Ausgleichsmaßstabs steht § 16 Abs. 5 WEG nicht entgegen. d) Haben die Wohnungseigentümer in der Gemeinschaftsordnung bestimmt, dass "Verwaltungskosten" nach Eigentumseinheiten umzulegen sind, so gilt dieser Umlegungsmaßstab auch für die Verteilung der Rechtsverfolgungskosten aus Binnenstreitigkeiten. BGH, 15.3.2007 - Az: V ZB 1/06 Anm. AnwaltOnline: Der oben zitierte § 16 Abs. 5 WEG wurde inzwischen durch § 16 Abs. 8 WEG ersetzt. |