Pferdeeinstellvertrag und verzögerte Tierbehandlung

Pferderecht

Sofern ein Eigentümer sein Pferd in einem Pensionsstall einstellt, so kann der Pensionsinhaber regelmäßig nicht in Regress genommen werden, wenn es zu einer Verzögerung bei der Behandlung des Tieres kommt, da der Eigentümer nicht erreichbar ist.

Die Pensionsinhaber sind nicht verpflichtet, das Pferd selbst in die Klinik zu bringen, da bei der Tierarzt keine besondere Eilbedürftigkeit sah und eine vorherige Benachrichtigung der Eigentümer für zulässig erachtete, damit dieser dann eine Entscheidung treffen kann.

Auch ansonsten war keine Pflichtverletzung zu erkennen. Der Verwahrvertrag verpflichtete die Pension zwar zur Rettung der verwahrten Sache bei akuter Gefahr. Hierbei sind jedoch nur solche Maßnahmen erforderlich, die von einem ordentlichen und gewissenhaften Verwahrer zu erwarten sind.

Vorliegend hatte die Pension alles unternommen, was aufgrund der Gesamtumstände aus der damaligen Sicht erforderlich und erfolgversprechend waren, um das Pferd zu retten.

Beim ersten Besuch um 8 Uhr riet der Tierartz nicht zum Verbringen in die Tierklinik. Erst mit der Diagnose der Koliksymptome um 10:30 wurde ein entsprechender Rat wegen der Zustandsverschlechterung erteilt. Mehrfache Anrufe beim Eigentümer nach der Diagnose von Koliksymptomen waren jedoch erfolglos. Dies wurde auch nachvollziehbar bestätigt. Anschließend wurde Boten zum 15km entfernten Anwesen geschickt, die jedoch erst um 13:30 den Eigentümer informieren konnten, da dieser bis dahin nicht anwesend war. Dies kann jedoch nicht der Pension angelastet werden.

Gegen 14.30 Uhr wurde dann das erkrankte Pferd abgeholt und in die Tierklinik gefahren, wo es gegen 16.30 Uhr untersucht wurde. Der Versuch einer Behandlung durch Wälzen des narkotisierten Pferdes war nicht erfolgreich. Die Zustimmung zu einer 6.500 Euro teuren Operation erteilte der Eigentümer nicht, so dass das Pferd am darauffolgenden Tag eingeschläfert werden musste.

Ein Schadensersatzanspruch gegen die Pension in Höhe des Wertes des eingeschläferten Tieres bestand somit jedoch nicht.

LG Coburg, 07.03.2012 - Az: 21 O 402/11

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