Unterhaltsabfindungsvergleich - Verjährungsfrist für Unterhaltsforderungen
Familienrecht | Lesezeit: ca. 2 Minuten
Wurde den Unterhaltsleistungen durch die begründete Verpflichtung zur Zahlung eines Abfindungsbetrags der Charakter einer wiederkehrenden Leistung iSv § 197 Abs. 2 BGB genommen, steht der Umfang der Unterhaltsleistung fest und sind weitere Zahlungen im Hinblick auf den Unterhaltsverzicht nicht geschuldet, so dass sich Umstände, die unterhaltsrechtlich grundsätzlich von Bedeutung sind, wie Änderungen von Bedürftigkeit und Leistungsfähigkeit, die Wiederheirat des Berechtigten oder dessen Tod sich nicht mehr auswirken, so bedarf es mit Rücksicht auf die daher überschaubare Belastung nicht des Schutzes durch eine kurze Verjährung. Denn der Schuldner kann sich auf eine bestimmte Höhe des Anspruchs einstellen und muss nicht mit der Geltendmachung einer über Jahre aufgelaufenen Schuld rechnen, was durch die regelmäßige Verjährung verhindert werden soll. An diesem Ergebnis vermag der Umstand nichts zu ändern, dass der Abfindungsbetrag in vier Raten zu zahlen ist. Hierbei handelt es sich um eine besondere Form der Erfüllung eines einheitlichen Anspruchs und nicht um wiederkehrende Leistungen.
BGH, 09.07.2014 - Az: XII ZB 719/12
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