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Können Schenkungen zurückgefordert werden?

Familienrecht Lesezeit: ca. 3 Minuten

Geldgeschenke an die Kinder oder Enkelkinder sind keine Seltenheit. Gerne wird auch ein Sparbuch angelegt, um für die Zukunft einen Betrag anzusparen.

Nun kann es aber später zu einer finanziell misslichen Lage des Schenkers kommen, wobei sich dann die Frage stellt, ob die Schenkung zurückgefordert werden kann?

Schenkungen bei Verarmung des Schenkers

Schenker können ihre Schenkungen bei Verarmung zurückfordern. Das regelt § 528 BGB. Dort heißt es in Absatz 1: „Soweit der Schenker nach der Vollziehung der Schenkung außerstande ist, seinen angemessenen Unterhalt zu bestreiten (…), kann er von dem Beschenkten die Herausgabe des Geschenkes (…) fordern.“

In den Fällen, in denen der Schenker seinen Eigenanteil an den Pflegekosten nicht mehr selber aufbringen kann, tritt daher dieser in § 528 Abs. 1 BGB geregelte Fall ein.

Dieser Anspruch geht bei Kostenübernahme der Pflegekosten durch den Sozialträger kraft Gesetzes gemäß § 93 SGB XII direkt auf diesen über. So kann der Sozialträger den Rückforderungsanspruch im eigenen Namen gegenüber dem Beschenkten geltend machen.

Ausnahmen vom Rückforderungsanspruch

Die Rückforderung ist ausgeschlossen, wenn die zuvor geleisteten Schenkungen einer sittlichen Pflicht (sog. Pflichtschenkungen) oder einer auf den Anstand zu nehmenden Rücksicht entsprach (sog. Anstandsschenkungen).

Das wäre zum Beispiel bei Geburtstagsgeschenken, Weihnachtsgeschenken und ähnlichen Zuwendungen der Fall.

Ein über Jahre durch monatliche Einzahlungen angespartes Sparbuch stellt jedoch keine Anstandsschenkung dar, deren Rückforderung ausgeschlossen wäre. Und das gilt selbst dann, wenn der Schenker beim Ansparen überhaupt noch nicht absehen konnte, ob im späteren Verlauf einmal eine Verarmung im Sinne von § 528 Abs. 1 BGB eintreten kann (OLG Celle, 13.02.2020 - Az: 6 U 76/19).

Die Rückforderung ist auch dann ausgeschlossen ist, wenn seit der Schenkung 10 Jahre vergangen sind, § 529 Abs. 1 2. Alt. BGB.
Stand: (letzte Änderung: 28.04.2026)

Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Trotz sorgfältiger Bearbeitung bleibt eine Haftung ausgeschlossen.

Ja, gemäß § 528 Abs. 1 BGB kann der Schenker die Herausgabe des Geschenks fordern, wenn er nach der Schenkung außerstande ist, seinen angemessenen Unterhalt zu bestreiten.
Wenn der Sozialhilfeträger die Pflegekosten übernimmt, geht der Rückforderungsanspruch gemäß § 93 SGB XII kraft Gesetzes direkt auf diesen über. Der Träger kann den Anspruch dann im eigenen Namen gegenüber dem Beschenkten geltend machen.
Ja, bei sogenannten Anstandsschenkungen oder Schenkungen, die einer sittlichen Pflicht entsprechen, ist eine Rückforderung ausgeschlossen. Ein über Jahre angespartes Sparbuch zählt jedoch in der Regel nicht zu diesen ausgenommenen Anstandsschenkungen (vgl. OLG Celle, 13.02.2020 - Az: 6 U 76/19).
Ja, gemäß § 529 Abs. 1 BGB ist die Rückforderung ausgeschlossen, wenn seit der Schenkung bereits zehn Jahre vergangen sind.
Alexandra Klimatos (Rechtsanwältin, Absolventin der Fachanwaltslehrgänge: Familienrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht)Patrizia Klein (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht)Dr. jur. Rochus Schmitz (Rechtsanwalt)

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