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Keine mittelbare Anlastung einer Unterschlagung im Arbeitszeugnis!

Arbeitsrecht Lesezeit: ca. 1 Minute

Hat ein Arbeitgeber kurze Zeit vor Ausscheiden eines Arbeitnehmers ein Zwischenzeugnis erteilt, so ist er an die in dem Zwischenzeugnis enthaltene Bewertung von Führung und Leistung des Mitarbeiters gebunden, es sei denn, es sind inzwischen Tatsachen bekannt geworden, die eine Abänderung verlangen.

Es ist nicht zulässig, im Arbeitszeugnis hinsichtlich der Zuverlässigkeit eines ehemaligen Mitarbeiters durch einen Hinweis auf Kassenfehlbestände mittelbar den Verdacht zu äußern, der Arbeitnehmer habe diese Gelder unterschlagen, sofern die Tat nicht eindeutig nachgewiesen wurde.

Das gilt insbesondere, wenn die Kassenführung nicht einmal im Zwischenzeugnis erwähnt worden war, sie also einen nicht nennenswerten Zeitanteil der Tätigkeit der Angestellten ausmachte.


LAG Schleswig-Holstein, 23.10.2007 - Az: 2 Sa 213/07

ECLI:DE:LARBGSH:2007:1023.2SA213.07.0A


Hinweis: Urteile geben die Rechtsauffassung des Gerichts zum Entscheidungsdatum wieder und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit wird keine Gewähr übernommen.

Hont Péter Hetényi (Rechtsanwalt, Fachanwalt für Strafrecht)Alexandra Klimatos (Rechtsanwältin, Absolventin der Fachanwaltslehrgänge: Familienrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht, Miet- und Wohnungseigentumsrecht)Martin Becker (Rechtsanwalt und Mediator, Fachanwaltslehrgang Arbeitsrecht)

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Antje , Karlsruhe