Social-Media-Check von Bewerbern - erlaubt oder nicht?

Arbeitsrecht

Soziale Netzwerke sind längst Teil des Alltags geworden, es wird von Nutzern eine Vielzahl von Informationen preisgegeben, die ein Bewerber seinem potentiellen Arbeitgeber im Rahmen eines Bewerbungsgesprächs vermutlich niemals mitteilen würde. Dieses für Unternehmen sehr interessante Informationspotential wird zunehmen genutzt.

Nahezu jeder zweite Arbeitgeber prüft mittlerweile die sozialen Profile seiner Bewerber - und zwar nicht nur die berufliche Präsentation, die beispielsweise auf linkedin oder xing zu finden ist. Mindestens ebenso interessant sind aber die privaten Profile (z.B. facebook, twitter, etc.).

Die Informationen, die ein Arbeitgeber hier bereits im Vorfeld über den Bewerber erhält, ermöglichen eine gute Vorsortierung und wenn man bedenkt, welche Informationen viele Nutzer auf facebook offen preisgeben, oft auch eine gute Basis für ein Aussortieren.

Ein solches Verhalten des Arbeitgebers stellt zunächst einmal eine Datenerhebung dar, so dass das Bundesdatenschutzgesetz greift. Somit ist eine solche Erhebung nur dann erlaubt, wenn sie vom Bundesdatenschutzgesetz erlaubt oder angeordnet ist oder aber wenn der Betroffene (also der Bewerber) eingewilligt hat. Damit ein Bewerber in eine solche Erhebung einwilligen kann, muss er vorab umfassend über die beabsichtigte Verwendung seiner Daten und die möglichen Folgen einer Verweigerung der Einwilligung hingewiesen werden. Vor diesem Hintergrund dürfte kaum ein Bewerber sein freiwilliges Einverständnis in eine solche Durchleuchtung geben. Eine gesetzliche Regelung hierzu gibt es auch nicht direkt.

Eine Erhebung von personenbezogenen Daten könnte aber mit § 32 Abs. 1 BDSG begründet werden, wonach personenbezogene Daten zu Beschäftigungszwecken erhoben, verarbeitet oder genutzt werden dürfen, wenn dies für die Entscheidung über die Begründung, Durchführung oder Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses erforderlich ist. Diesem Argument eines Arbeitgebers kann man durchaus folgen, schließlich möchte ein Arbeitgeber seinen potentiellen Mitarbeiter ja so gut wie möglich einschätzen können - was liegt da näher, als den Bewerber über seine Social-Media-Präsenz "richtig" kennenzulernen?

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Letzte Aktualisierung: 16.11.2018

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