Verkehrssünden im europäischen Ausland

Verkehrsrecht

Die Urlaubszeit hat begonnen, tausende Reisende sind in ihren PkW auf Europas Straßen unterwegs. Die Sonne scheint, die Laune ist glänzend, da sinkt der Gasfuß schonmal etwas tiefer als erlaubt.

Wie in Deutschland gilt auch im europäischen Ausland: Wer gegen Verkehrsregeln verstößt, muss zahlen - und zwar im Gegesatz zu den inländischen, eher paradiesischen Zuständen - in der Regel an Ort und Stelle. Die Ausrede, man habe kein Geld dabei, zieht oftmals nicht: Viele Beamte sind mit einem Lesegerät für Kreditkarten ausgestattet! Doch auch wenn der Verkehrssünder einmal Glück hat und der Zahlung im Urlaubsland entkommt, muss er seit der kürzlich verabschiedeten Novelle zur Regelung von Kraftfahrzeugunfällen in der EU die Weiterverfolgung der Sache in Deutschland rechnen.

Die Höhe der Bußgeldsätze für Verkehrsverstöße variiert von Land zu Land. Sehr hohe Bußgelder werden traditionell in Skandinavien, aber auch in Belgien, Frankreich, der Schweiz und in Spanien verhängt. In Finnland ist die Höhe der Bußgelder für die meisten Verkehrsdelikte abhängig von der Höhe des Einkommens des Verkehssünders. So kann beispielsweisse unerlaubtes Überholen leicht bis zu einem halben Monatsgehalt kosten. Günstiger ist es derzeit noch in Osteuropa - nicht unerhebliche Bußgelder drohen in der Regel aber auch dort.

Die höchsten Sätze werden bei Führen des PkW unter Rauschmitteleinfluss fällig. Momentan gilt in Großbritannien, Irland, Luxemburg und in der Schweiz eine 0,8- Promille-Grenze. Die übrigen Länder liegen darunter. Generell wird in vielen Ländern das Fahren unter Drogeneinwirkung hart bestraft. Die Spannweite reicht von 50 Euro in Ungarn bis zu 1270 Euro in Irland. Erst vor kurzem hat Österreich im Rahmen eines Drogenbekämpfungsgesetzes die entsprechenden Straftatbestände verschärft, genauso wie die Polizeipräsenz auf den Straßen.

Zu schnelles Fahren ist in vielen Ländern deutlich teurer als in Deutschland. Böse Überraschungen kann man hier beispielsweise in der Schweiz oder in Frankreich erleben, wo nur geringe Geschwindigkeitsübertretungen mit hohen Geldbußen geahndet werden. Hinzu kommt, dass in allen europäischen Ländern Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten, die der deusche Autobahnen gewohnte Schnellfahrer oft nur ungern beachtet!

Eine weitere Spezialität gilt es in Italien zu berücksichtigen. Hier müssen sämtliche Dachlasten und überhängenden Lasten an Campingmobilen, z.B. also Fahrräder oder Surfbretter, gekennzeichnet werden. Erforderlich ist ein 50 mal 50 Zentimeter großes Schild, das die einschlägigen europäischen Normen erfüllen muss. Reist man "ohne", drohen saftige Bußgelder.

Einige weitere - im Falle der Missachtung selbstverständlich mit Bußgeldern belegte - Verbote: privates Abschleppen auf der Autobahn in Italien; Autofahren ohne Mitführen eines Feuerlöschers in Polen: Zwischen 30 und 60 Euro fallen im zuletzt genannten Fall an; Fahren mit mehr als 70 km/h in Weißrussland und der Ukraine, wenn der Fahrer seinen Führerschein noch keine zwei Jahre besitzt; Überholen von Schulbussen, die zum Ein- oder Aussteigen halten in Serbien, Kroatien und Montenegro. Und schließlich noch einige Gebote: Mitsichführen von Ersatzglühbirnen in Mazedonien und Kroatien; Blinken während des gesamten Überholvorganges in Serbien, Kroatien und Montenegro.

Vorsichtshalber sollten sich Reisende vor Antritt der Fahrt genau - etwa beim ADAC oder bei den Tourismuszentralen der Reiseländer - über die geltenden Vorschriften informieren.

Letzte Aktualisierung: 01.07.2018

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