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Energieausweis

Gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind Eigentümer von Wohngebäuden verpflichtet, einen Energieausweis für ihr Gebäude vorzulegen, wenn dieses neu vermietet, verkauft oder verpachtet werden soll. Dem Interessenten ist der Energieausweis spätestens unverzüglich nach erster Aufforderung vorzulegen. Für selbstgenutzte Gebäude besteht derzeit keine Notwendigkeit für einen Energieausweis. Ausgenommen sind von dieser Verpflichtung Baudenkmäler. Einem Eigentümer droht bei Verkauf und Neuvermietung ein Bußgeld von bis zu EUR 15.000, wenn kein Energieausweis nachgewiesen wird. Auch Immobilieninserate müssen Angaben zum Energieverbrauch enthalten, sofern ein gültiger Energieausweis vorliegt. Wird sich nicht an diese Vorgabe gehalten, so muss mit einem Bußgeld von bis zu EUR 15.000 gerechnet werden. Die Angaben, die eine Immobilienanzeige enthalten muss, hängen davon ab, ob es sich um ein Wohngebäude oder ein Nichtwohngebäude handelt sowie wann der Energieausweis ausgestellt worden ist.

Energieausweise, die ab Mai 2014 für Wohngebäude neu ausgestellt wurden, müssen eine Effizienzklasse ausweisen. Diese erleichtert es Käufern oder Mietern, Immobilien einzuschätzen. Die Skala reicht von "A+" ("energetisch sehr gut") bis "H" ("energetisch sehr schlecht"), wobei die Klassen A und B künftigen Neubaustandards entsprechen. Die neue Skala ist deutlich präziser als die bisherige Farbskala von rot bis grün. Wohngebäude, die einen gültigen Energieausweis nach der alten EnEV haben, können weiterhin ohne Angabe einer Energieeffizienzklasse inseriert werden.

Vermieter, die sich im Energieausweis nicht an die neuen Vorgaben zur Energieeffizienz halten, handelten ordnungswidrig. Sie müssen mit einem Bußgeld von bis zu 15.000 Euro rechnen. Diese Regelung gilt allerdings erst ein Jahr nach Inkrafttreten der EnEV 2014, also zum 01.05.2015.

Es ist jedoch wichtig, zu berücksichtigen, dass der Energieausweis keinen Rückschluss auf die tatsächlichen Energiekosten ermöglicht. Wohl aber kann die Energieeffizienz des Gebäudes eingeschätzt werden. Weiterhin gibt der Ausweis Vorschläge für die Verbesserung der Energieeffizienz, sofern kostengünstige Modernisierungen möglich sind. Eine Umsetzung muss jedoch nicht erfolgen. Für potentielle Mieter oder Käufer sind diese Informationen nützlich, da sofort auf Schwachstellen des Objektes hingewiesen wird.

Für bestehende Gebäude können Energieausweise entweder auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs (Bedarfsausweis) oder des gemessenen Energieverbrauchs (Verbrauchsausweis) ausgestellt werden. Für Gewerberäume besteht Wahlfreiheit zwischen Energiebedarf oder -verbrauch als Basis des Energieausweises. Bei Neubauten oder Gebäudeänderungen ist ebenso wie bei älteren unsanierten Wohngebäuden mit bis zu 4 Wohneinheiten als Grundlage der Energiebedarf zu verwenden.

Ein Energieausweis gilt zehn Jahre, sollte jedoch nach Sanierungsmaßnahmen erneuert werden, damit eine etwaige verbesserte Effizienz zur Geltung kommen kann. Die Kosten für die Erstellung sind nicht standardisiert und können frei verhandelt werden. Zur Ausstellung von Energieausweisen für bestehende Gebäude sind berechtigt (§ 21 EnEV):

1. Personen mit berufsqualifizierendem Hochschulabschluss in
a) den Fachrichtungen Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Technische Gebäudeausrüstung, Physik, Bauphysik, Maschinenbau oder Elektrotechnik oder
b) einer anderen technischen oder naturwissenschaftlichen Fachrichtung mit einem Ausbildungsschwerpunkt auf einem unter Buchstabe a genannten Gebiet,
2. Personen im Sinne der Nummer 1 Buchstabe a im Bereich Architektur der Fachrichtung Innenarchitektur,
3. Personen, die für ein zulassungspflichtiges Bau-, Ausbau- oder anlagentechnisches Gewerbe oder für das Schornsteinfegerwesen die Voraussetzungen zur Eintragung in die Handwerksrolle erfüllen, sowie Handwerksmeister der zulassungsfreien Handwerke dieser Bereiche und Personen, die auf Grund ihrer Ausbildung berechtigt sind, eine solches Handwerk ohne Meistertitel selbständig auszuüben,
4. staatlich anerkannte oder geprüfte Techniker, deren Ausbildungsschwerpunkt auch die Beurteilung der Gebäudehülle, die Beurteilung von Heizungs- und Warmwasserbereitungsanlagen oder die Beurteilung von Lüftungs- und Klimaanlagen umfasst,
5. Personen, die nach bauordnungsrechtlichen Vorschriften der Länder zur Unterzeichnung von bautechnischen Nachweisen des Wärmeschutzes oder der Energieeinsparung bei der Errichtung von Gebäuden berechtigt sind, im Rahmen der jeweiligen Nachweisberechtigung,

wenn sie - mit Ausnahme der in Nummer 5 genannten Personen - mindestens eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:

1. während des Studiums ein Ausbildungsschwerpunkt im Bereich des energiesparenden Bauens oder nach einem Studium ohne einen solchen Schwerpunkt eine mindestens zweijährige Berufserfahrung in wesentlichen bau- oder anlagentechnischen Tätigkeitsbereichen des Hochbaus,
2. eine erfolgreiche Fortbildung im Bereich des energiesparenden Bauens, die
a) in Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 1 den wesentlichen Inhalten der Anlage 11,
b) in Fällen des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 2 bis 4 den wesentlichen Inhalten der Anlage 11 Nummer 1 und 2
entspricht, oder
3. eine öffentliche Bestellung als vereidigter Sachverständiger für ein Sachgebiet im Bereich des energiesparenden Bauens oder in wesentlichen bau- oder anlagentechnischen Tätigkeitsbereichen des Hochbaus.

Für Nichtwohngebäude besteht nur für die im ersten Punkt genannten Hochschulabsolventen eine Ausstellungsberechtigung. Zudem dürfen Personen, die am 25. April 2007 über eine abgeschlossene Berufsausbildung im Baustoff-Fachhandel oder in der Baustoffindustrie und eine erfolgreich abgeschlossene Weiterbildung zum Energiefachberater im Baustoff-Fachhandel oder in der Baustoffindustrie verfügt oder die Weiterbildung begonnen und später erfolgreich abgeschlossen haben, Energieausweise für bestehende Wohngebäude ausstellen (§ 29 Abs. 5 der EnEV).

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