Flugverspätung bei Kurzreise

Reiserecht

Der Reisende hatte eine einwöchige Urlaubsreise gebucht. Der Hinflug verschob sich zunächst um 30 Stunden. Der angekündigte Ersatztermin konnte nicht durchgeführt werden und ein neuer Termin wurde nicht genannt. Daher war dem Kläger ein weiteres Warten nicht zumutbar. Es lag eine erhebliche Änderung der Reiseleistung und ein erheblicher Mangel vor, der zur Kündigung berechtigte (§ 651e BGB).

Den Reisepreis hat der Veranstalter bereits zurückerstattet. Der Kläger hat aber zudem auch einen Anspruch auf Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreude, da die vorgesehene Urlaubszeit zuhause verbracht werden musste. Die Festsetzung des Schadenersatzanspruchs auf die Hälfte des Reisepreises ist nicht zu beanstanden.

Unstreitig hat der Reisende mit E-Mail vom 20.6.2011 der Beklagten den Mangel mitgeteilt und die Rückerstattung des Reisepreises gefordert. Dies reicht als Anspruchsanmeldung auch für weitere Ansprüche aus. Der Reisende muss sich in seiner Anmeldung nicht auf bestimmte Ansprüche festlegen. Eine Bezifferung hat keine Bindungswirkung für einen späteren Prozess, insbesondere sind Schadenersatzansprüche nicht ausgeschlossen. Eine vertragliche Vereinbarung zur Abgeltung der Ansprüche des Klägers hat die Beklagte weder vorgelegt noch hinreichend konkretisiert.

AG Bad Homburg, 28.06.2012 - Az: 2 C 950/12

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