Schlitterpartie auf dem Hotelgelände - Wer haftet?

Reiserecht

Zwar sind Hotels verpflichtet, im Winter Räum- und Streuarbeiten im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht durchzuführen, gleichfalls müssen sich Gäste aber auf erkennbare Gefahren einstellen und berücksichtigen, dass es bei einem schneereichen Winter auch unter Einhaltung der Räum- und Streupflichten zu glatten Stellen kommen kann. Stürzt nun ein Hotelgast bei der Anreise im Eingangsbereich, so kommt ein Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld nur dann in Frage, wenn es gelingt dem Hotel mangelndes Räumen nachzuweisen.

Vorliegend gab die Hotelbesucherin an, dass der Zugangsbereich mit festgetretenem Schnee bedeckt, uneben, völlig vereist und nicht gestreut gewesen sei. Dagegen wandte das Hotel ein, dass regelmäßig und mindestens einmal täglich geräumt und gestreut werde, am fraglichen Tag zuletzt gegen 14:40 geräumt und dann mit Tausalz und Splitt gestreut wurde. Der Sturz des Gastes rührte möglicherweise daher, dass der Ehemann das Fahrzeug vor einem Schneehaufen gehalten hatte und die Klägerin dort beim Aussteigen zu Fall kam.

Eine Zeugenvernehmung konnte das Bild der Klägerin nicht erhärten, die Zeugenaussagen waren widersprüchlich. Zudem hatten die Mitarbeiter des Hotels als Erinnerungsstütze schriftliche Notizen zum Räumen und Streuen des Zugangsbereichs des Hotels gemacht, nachdem sie von dem Sturz erfuhren. Diese wurden dem Gericht zur Verfügung gestellt. Nach den Aussagen der Mitarbeiter wurden ab 8 Uhr Räum- und Streuarbeiten durchgeführt, eine Mitarbeiterin gab an, um 14 Uhr das Hotel nach Arbeitsende in Hausschuhen verlassen zu haben und weder nasse Füße bekommen hatte noch Glätte bemerkt habe.

Somit war es nicht gelungen, dem Hotel mangelndes Räumen und Streuen des Zugangsbereichs nachzuweisen. Darüber hinaus war die Glätte nach der Zeugenaussage des Ehemannes bereits vom Auto aus bemerkt worden. Daher wäre sie verpflichtet gewesen, einen geräumten Weg zum Betreten des Hotels zu wählen anstatt auf einem möglicherweise glatten Bereich zu gehen. Das Hotel durfte darauf vertrauen, dass sich Hotelgäste in vernünftiger Weise auf erkennbare Gefahren einstellen.

OLG Bamberg, 21.10.2010 - Az: 6 U 31/10

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