Rücktritt von Hotelreservierung

Reiserecht

Ein nicht gewerblicher Reiseveranstalter kann von einer Hotelreservierung zurücktreten, wenn er andernfalls einem so hohen Haftungsrisiko ausgesetzt wäre, dass ein billig und gerecht denkender Hotelier mit einer entsprechenden Haftungsbereitschaft seines Vertragspartners nicht rechnen durfte.

Für die Rücktrittsfrist gilt in diesem Fall nicht die 30-Tage-Regelung gewerblicher Reiseunternehmen; die Frist ist vielmehr unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und der beiderseitigen Interessen zu bestimmen. Ein dreieinhalb Monate vor Reiseantritt erklärter Rücktritt kann rechtzeitig sein.

Im entschiedenen fall hatte der Pfarrer einer Kirchengemeinde eine mehrtägige Busreise für Gemeindemitglieder organisiert. Die Reise wurde mangels Beteiligung abgesagt.

Das Hotel machte sodann einen Ausfall von mehr als 10.000,00 € geltend. Dem nicht gewerblich handelnden Pfarrer steht jedoch ein vertragsimmanentes Rücktrittsrecht zu.

Dieses Recht besteht wenn das Ausfallrisiko besonders hoch ist. Eine caritative Einrichtung verfügt nicht über die Mittel, finanzielle Ausfälle zu decken.

Das Berufungsgericht hielt den etwa dreieinhalb Monate vor dem geplanten Reisebeginn vom Pfarrer erklärten Rücktritt für wirksam erklärt.

OLG Hamm, 29.05.2002 - Az: 30 U 216/01

ECLI:DE:OLGHAM:2002:0529.30U216.01.00

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